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Konzert Berichte

Little Axe - Chess Moves / Reigen / 11.4.2009

Das Samstag-Konzert im Reigen war für mich "zart durchmischt". Ich hörte eine Band, die laut Standard "Die Zukunft des Blues" ist - nämlich Little Axe mit dem aktuellen Programm (das gleichzeitig die aktuelle CD benennt) "Chess Moves".

Nun, wenn die Zukunft des Blues Hundegebell aus dem Computer ist, dann hoffe ich, daß es dann auch noch Bands geben wird, die mit der Zukunft nichts am Hut haben, sondern voll auf Retro stehen :-)

Bereits nach dem ersten Set verließen einige Stammhörer fluchtartig den Reigen, denn das, was uns geboten wurde, war nicht jedermanns Sache. Ich persönlich war anfänglich ein wenig ratlos. Fasziniert von der Qualität der Musiker, aber ein wenig hilflos darin, wie ich denn diese Performance anlegen sollte.

Skip McDonald, ein charismatischer Sänger, aber etwas schräg (ich hatte permanent den Eindruck, er hat sich ein wenig zu viel eingeworfen); Doug Wimbish, ein einfach unglaublicher Bassist: Ich habe die Saiten auf seinem Instrument mehrere Male durchgezählt, weil ich nicht glauben konnte, daß es wirklich ein Baß ist. Er spielte und hielt ihn wie eine Gitarre, und was dabei musikalisch rauskam, war unheimlich gut. Und schließlich Keith LeBlanc an den Drums, der u.a. auch schon für Peter Gabriel oder Tina Turner die Groove vorgegeben hat.

Ich glaube, daß alle drei Musiker schon so gut und abgehoben sind, daß sie neue Herausforderungen suchen und mit allerlei Möglichkeiten herumexperimentieren. Jetzt gerade befassen sie sich mit einer Kombination aus LiveMusic, unterstützt von Computerklängen, eben u.a. Hundegebell.

Sagen wir einmal so: Mit dem ersten Set konnte ich nicht wirklich viel anfangen. Das zweite lief schon wesentlich besser. Also werde ich ihnen nochmals eine Chance geben, denn wenn die Steigerung so weitergeht, kann es nur super werden. - Aber vielleicht auch nicht. Ich weiß immer noch nicht, ob mir dieser Stil gefällt...




15.04.2009 17:16 Hannelore

Kommentare

Eugen

Hye Hannelore!
Leider war ich nicht dort, aber Dein Kommentar vermittelt mir, dass Du den Spagat zwischen Offenheit für Neues und Liebe für die Tradition, zwischen Geschmacksansichten und Anerkennung von handwerklicher und künstlerischer Qualität schlagen willst und das auch zusammenbringst. - Super, das ist toll, und ich danke Dir mal hier und jatzt für dieses Bemühen!!!
Liebe Brüder und Schwestern im Blues, eine Anmerkung zu Bernard Fowler: Der ist seit Langem internationale erste Sahne in der Rock-Szene, wenn auch nicht in der ersten Reihe stehend. Seine Projekte u.a. mit der Charly Watts (ja, dem Stones-Drummer!) Big Band und Herbie Hancock beweisen seine Liebe zum Jazz.
(Webtipp: http://www.bernardfowler.com)
Nochmal: Leider war ich selber nicht dort! Aber dass solche Leute beim VBS auftreten KANN WAS.
Euer Eugen
(Let the good times roll...)

16.04.2009 09:14
Hannelore

Lieber Eugen!

Deine anerkennenden Worte freuen mich sehr, jetzt muß ich nur leider ganz peinlich berührt etwas gestehen: Bernard Fowler war gar nicht beim Konzert (zur Erklärung für die Leser: in obigem Beitrag habe ich zuerst Bernard Fowler angeführt, in Wirklichkeit war es Skip McDonald), er mußte wegen einer CD-Produktion absagen.

Ich habe seinen Namen schlicht und einfach mit Skip McDonald vertauscht, da ich vor diesem Konzert weder den einen noch den anderen kannte. - Und verstanden habe ich die Namen auf der Bühne nicht, wahrscheinlich, weil der Computerhund so laut gebellt hat :-)))

Und noch etwas freut mich: ich bin auf meinen Fehler gestern aufmerksam gemacht worden, von einem wirklichen Kenner, allerdings hast Du, Eugen, mit Deinem Eintrag seine Befürchtung Lügen gestraft. Er meinte nämlich, wahre Blueser lesen einen Beitrag über Little Axe sowieso nicht. FALSCH! - Wunderbar...

Alles Liebe - und danke nochmals für die Aufmerksamkeit! -
Hannelore

16.04.2009 11:53
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