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Konzert Berichte

Soul-H-Sistas & Soulicious / Reigen / 21.4.09

Von Ernst bekamen wir einen Konzertbericht über das Doppelkonzert der Soul-H-Sistas und Soulicious im Reigen am 21.4.09. "It's A Ladies Soul Night" war das Motto des Abends.


Doppelkonzert SOUL-H-SISTAS/SOULICIOUS21.04.09 - REIGEN

"It's A Ladies Soul Night" - das war auch das diesjährige Motto des gemeinsamen Auftrittes der "SoulHSistas" und "Soulicious", zweier Gruppen, wo Frauen die absolute Hauptrolle spielen. Frauenpower pur war also angesagt.

Umso erstaunter war das Publikum, als zu Beginn des Konzertes die Herren (!) Andy Baum und Christian Becker(meister) - zwei Granden der Austro-Musik - die Bühne enterten, und den Abend durch zwei Songs mit "gewissem" Frauenbezug (wahrscheinlich, um dem Ganzen einen femininen Touch zu geben) eröffneten.

Der erste Song der "Sistas", der Motown-Klassiker "Sweet Inspiration" ließ Freunde des mehrstimmigen Gesanges durchaus auf ihre Rechnung kommen, genau so wie der folgende Song, eine sehr gefühlvolle Version der Meena-Cryle-Nummer "This Song Is For You".
Wer aber nun glaubte, es würde in dieser Art und Weise weiter gehen, wurde leider enttäuscht. Mit Höhepunkten und Highlights wars ab nun ziemlich vorbei. Die fünf Damen schafften fortan das Kunststück, zielsicher aneinander vorbei zu spielen. Von einer Einheit, oder einem geschlossenen Klangkörper, konnte keine Rede sein.

Dabei ist jede Frau, die da auf der Bühne stand, für sich eine ausgezeichnete Musikerin. Gut, die drei Frontfrauen könnten kaum unterschiedlicher sein: über die "leidenschaftliche Vollfrau" Meena Cryle (voc, git), oder die "kühle Technikerin" Mary Lamaro (voc, git) braucht man an sich kein Wort verlieren, dazu noch der "Muttertyp" Anja Wise, die mit einer warmen, dunklen Stimme aufhorchen lässt (die sie aber auch fallweise "dreckig" klingen lassen kann).

Qualitativ hochwertig auch der "Rückraum": Nicole Zinke (org, key) spielte Hammondorgel im Stile großer Vorbilder und zeigte auch mehrmals, dass ihre Wurzeln im Jazz liegen; von Melissa Hosler (dr) habe ich schon an anderer Stelle geschwärmt; dazu Marlene Lachersdorfer (b) - die, der Legende nach kleiner als ihr Fender Bass - aber mit dem stoischen Groove einer Großen ausgestattet ist!

Gute Voraussetzungen also, die leider nur mangelhaft genützt wurden. Man (Musikerinnen und Zuhörer) quälte sich also mehr oder weniger durch das Programm, und man vermisste schmerzlich einen Funken, der auch auf das Publikum hätte überspringen können, um den erhöhten (durch Fadesse begründeten?) Geräuschpegel zu senken. Es wurde immer mehr einer jener Abende, bei dem man um elf auf die Uhr schaut, obwohl es erst zehn ist....

Auch die zur "Verstärkung" geholten Gäste Baum und Becker konnten nicht mehr viel retten. Von ihrer gemeinsamen Performance bleibt nur die Erinnerung an eine ziemlich "verhunzte" Version des an sich wunderschönen Andy Baum-Hits "Slow Down", bei dem Mary Lamaro genau so wie bei Prince' "Purple Rain" beweisen durfte, dass sie zwar eine begnadete Singer/Songwriterin ist, aber keine Leadgitarristin...

"Soulicious" hatten es danach natürlich ziemlich schwer, das Publikum aus einer gewissen Lethargie zu locken und mitzureissen. Dabei präsentierte sich diese Gruppe als das, was man vorher vermisst hatte: ein harmonisch funktionierendes Ganzes, das ein hochenergetisches Gemisch aus Soul und R'n'B, mit Emotion und Leidenschaft, servierte. Die stimmgewaltigen Frontladys Babsea Schutting (voc) und Elisabeth Leitner (voc), dazu Bandleaderin Chris Kisielewsky (voc, key) boten Stimmbandartistik auf höchstem Niveau - und das mit scheinbarer Leichtigkeit und spürbarer Freude. Schwierigste Phrasierungen kamen bewundernswert locker und lässig - es war eine Freude, zuzuhören.

Keinesfalls "gnadenhalber" durften auch zwei Herren mitmachen und für den Background sorgen - musikalische Drohnen sozusagen: Andi Mayrhofer (dr) spielte die Drums wunderbar kraftvoll mit präziser und variantenreicher Rhythmik, und Simon Radner (b) einen dynamischen, treibenden und druckvollen Bass.

Dazu lieferte die blutjunge Bulgarin Elena Todorova (git) ein sehens- und (fallweise) auch hörenswertes "soulistisches" Debüt ab - wer so wie sie perlende, flüssige Läufe so gekonnt aus ihrer Gitarre schüttelt, ist mehr als ein Versprechen für die Zukunft.

Ich habe "fallweise" ganz bewußt geschrieben, weil sich nämlich Tontechniker Andi Neubauer einen seiner ganz seltenen Fehlgriffe leistete: Keyboard und ganz speziell der Baß waren viel zu laut eingestellt und ließen die Gitarre leider fast unhörbar klingen.
Das trübte den guten Auftritt von "Soulicious", und dämpfte die aufkommende gute Stimmung leider wieder.

Sicher, es gab, gibt, und wird immer wieder Konzertabende geben, die nicht ganz geglückt sind. Das war leider einer davon, und die Schuld lag sicher nicht darin, dass Frauen diesen Abend dominierten.

Sie sind und bleiben dennoch das stärkere Geschlecht.


(Ernst)



24.04.2009 10:20 Hannelore

Kommentare

Andreas Neubauer

Hi, werde nun nicht beginnen, hier dauernd zu posten, allerdings möchte ich doch in diesem Fall anmerken, daß der Bass nicht auf der PA war und die/der jeweilige BassistIn während des Konzertes auf das Lautstärkenproblem hingewiesen wurde...
hm... nix für ungut ... groovy greets!

24.04.2009 17:43
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