Konzert Berichte
Meena Cryle, Chris Fillmore & Band / Villa Kunterbunt / 1.5.09
Immer mehr entwickelt sich Ernst zu einer Stütze unserer Konzertberichte :-) Als großer Fan der Sängerin, berichtet er diesmal über das Konzert von Meena Cryle, Chris Fillmore & Band in der Villa Kunterbunt am 1.5.09.
MEENA CRYLE, CHRIS FILLMORE & BAND
01.05.09 / Villa Kunterbunt, Pressbaum
Ich muss zugeben, dass ich beim Schreiben über Meena Cryle meine Probleme bekomme. Die kleine Frau mit der großen Stimme liegt mir doch sehr am Herzen, und da ist es um meine Objektivität nicht allzu gut bestellt. Hat sich doch nicht nur bei mir ihre grandiose Performance vom Vienna Blues Spring unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt – kann das jemals übertroffen werden?
Egal, die Vorfreude Meena, Chris & Co nach relativ kurzer Zeit wieder zu hören, ließ eine nicht geringe Anzahl von Fans und Freunden nach Pressbaum in die idyllische Villa Kunterbunt pilgern – am 1. Mai, zu einer Wallfahrt mit Maiandacht, sozusagen.
Wenn man die Villa Kunterbunt das erste Mal sieht, ist man vom Ambiente beinahe überwältigt. Sie ist geradezu kitschig schön (der Name kommt nicht von ungefähr!)! Sie steht in einem leichten Abhang, an dessen Talsohle ein kleiner Bach fließt, ringsum viel Grünes: Wiese und Wald – viel Gegend halt.
Dazu eine liebevoll, mit viel Holz gestaltete, überdachte Bühne, davor aufgebaut, sowohl Heurigenbänke, als auch Rattanmöbel als Sitzgelegenheit. Gemütlich und einladend, wie schon gesagt, idyllisch. Man war fast versucht, zu glauben, jeden Moment könnten Hirsch, Reh, Hase und sonstiges Waldgetier aus der Lichtung hervorkommen, um den (lieblichen) Klängen der Musik zu lauschen.
Womit wir beim eigentlichen Thema wären!
Abgesehen von der Standardbesetzung mit Meena Cryle (voc, perc), Chris Fillmore (git), Peter „Struzzi“ Strutzenberger (b) und „Sweet“ Melissa Hosler (dr, voc), waren diesmal als Gäste die Herren Martin Ptak (key, pos) und Gerd Rahstorfer (tr), beide eher dem Jazzlager zuzuordnen, eingeladen.
Die beiden Gäste waren auch von Anfang an voll dabei, ließen in die Nummern jazzige, funkige, auch schräge Elemente einfließen, und bereicherten die Szene nicht nur durch ihre Musik, sondern schafften es auch, auf der Bühne ein ganz eigenes Flair zu erzeugen (Kommentar aus dem Publikum: „Wie Statler und Waldorf bei der Muppets-Show“).
Leider wurde es, je länger der Abend dauerte, immer spürbarer kälter.
Dabei konnte man sich an der Musik durchaus erwärmen! Alle Musikanten gaben ihr Bestes, obwohl alle unter den immer, unanständig tiefer werdenden Temperaturen zu leiden hatten. Besonders mit den beiden Saitenartisten Chris und Struzzi musste man immer mehr Mitleid haben, deren Finger ja immer klammer werden mussten.
Nach der Pause bat Meena dann einen besonderen Gast auf die Bühne: Kingsize Noidl (harp, voc), ein Lokalheroe aus Meenas Heimat, Freund seit Jugendtagen und Mentor zugleich. Der alte Haudegen zeigte auch gleich, dass das Harpspiel auch einem Innviertler durchaus liegen kann. Singen kann er dafür nicht so gut (dürfte vielleicht auch an der Kälte, bzw. den kalten Getränken gelegen haben).
Und es wurde immer kälter. Auch den erwarteten Waldtieren dürfte es mittlerweile zu kalt geworden sein, denn die ließen sich auch nicht blicken, wahrscheinlich kuschelten sie sich irgendwo, gegenseitig Wärme spendend, aneinander, und ließen Konzert einfach Konzert sein.
Als die Temperaturen dann in den einstelligen, gefühlt aber in den Minusbereich absanken, war man fast schon froh, endlich an den Höhepunkten des Konzertes teilhaben zu dürfen. "I'd rather go blind" erwärmte wenigstens die Seele zur Genüge (ich schäme mich nicht, zuzugeben, dass ich dabei regelmäßig feuchte Augen bekomme), die Rock’nRoll-Nummer als erste Zugabe ließ auch die tiefgekühltesten Glieder zucken.
Als absolutes, bleibendes Highlight wird aber der letzte Song, die Cheap Trick-Nummer „I Want U To Want Me“ (die, wie mir Meena zukommen ließ, an die Version der Holmes Brothers angelehnt ist) in Erinnerung bleiben.
Erstmals wurde sie nämlich von Chris Fillmore auf der Gitarre begleitet! Das machte die ohnedies geile Nummer noch besser (vielleicht auch deshalb, weil Chris ein besserer Gitarrist als Pianospieler ist), auch weil „Sweet“ Melissa Hosler ihre Schüchternheit überwinden konnte, und ihre Stimme so gut wie noch nie erklingen ließ.
Das wird auch die (gut versteckten, weil mit Kuscheln beschäftigten) Waldtiere sicher gefreut haben, genau so wie die trotz der Kälte zahlreichen Gäste, unter denen ich auch Margit Ambros und Reverend Frank T.T. (womit sich wieder der Kreis zur Maiandacht schließt) erkennen konnte.
Wäre es vielleicht zehn bis fünfzehn Grad wärmer gewesen, wäre es ein perfekter Abend in einem perfekten Ambiente geworden. Die Musik hätte ja gepasst.
So musste man nur froh sein, ohne Erfrierungen davon gekommen zu sein.
HP Villa Kunterbunt









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