Konzert Berichte
The CHILI CHEEPS Trio/ Privatbrauerei Eipeltauer/7.5.09
Von Ernst erhielten wir diesmal einen Bericht über den Auftritt der Chili Cheeps in der Privatbrauerei Eipeltauer am 7.5.09.
The CHILI CHEEPS Trio/ Privatbrauerei Eipeltauer
07.05.09
Was kann es für einen passionierten Biertrinker Schöneres geben, als dass in einer Gasthausbrauerei, wo eines der besten Biere Wiens gebraut wird, auch die Musik gespielt wird, die er gerne hört? Und das, noch dazu, live?
Christian Eipeltauer braut im 19. Bezirk nicht nur ein hervorragendes Bier, er ist auch ein großer Musikfreund, der seinen Gästen in der Regel jeden Donnerstag immer auch musikalische Schmankerl serviert.
Ergibt sich doch aus der Kombination Kulinarik + Musik für alle Seiten eine Win-Win Situation: für den Wirt, weil zusätzlich Gäste angelockt werden, für die Musiker, weil es neben der Möglichkeit, zu spielen, auch Speis, Trank und (durch die Hutspende) einen Zusatzverdienst gibt – eigentlich ist das ja traditionelles Musizieren, in einer Form, die es schon seit Jahrhunderten gibt. Der größte Gewinner ist aber der Gast, der zusätzlich zum Gaumen- auch den Ohrenschmaus serviert bekommt.
Man muss zwar bei solchen Veranstaltungen immer gewisse qualitative Abstriche machen (z.B. mitunter miese Akustik, bzw. nicht optimaler Sound, oder mitgrölende, lärmende Gäste), aber wenn man diese Musikform als eine Art „Tafelmusik“ betrachtet, die ja auch schon seit über 1000 Jahren so praktiziert wird, relativiert sich eine etwaige Qualitätsminderung wieder.
Dieses Mal waren also die Chili Cheeps eingeladen, eine sozusagen „öffentliche Probe“ abzuhalten. Und immer, wenn sich die Gelegenheit ergibt, den Herren Harry Pierron (akk, key), Hermann Posch (git, voc) und Reverend Frank T.T. (voc, git) zuzuhören, nütze ich diese Möglichkeit, weil mir die Art Musik, die diese 3 Vollblutmusiker machen, einfach gefällt.
Zydeco, Cajun, oder Blues, verpackt ins „New Orleans-Kleid“ – das ist für mich als Laien einfach Musik, die sich gut anhört, die Freude, fröhlich macht. Ob jetzt authentisch gespielt, oder einfach so, wie’s grad passt – egal. Die Originalmusik hörte man sowieso in den Pausen von CD.
Und wenn die Musikanten dann auch noch Freude am Spiel, und Spaß dabei haben, dann ist die gute Laune auch ansteckend – was ja in Zeiten wie diesen auch kein Nachteil ist.
Und die Protagonisten des Abends hatten auch Spaß an der Sache, und waren auch bereit, den (leider nicht gerade berauschend vielen) Gästen etwas zu bieten!
Bei Ray Charles’ „I Can’t Stop Lovin’ You“, oder bei Robert Johnson’s „Love In Vain“ konnte beispielsweise Reverend Frank beweisen, wie sehr er bei dieser Musik in seinem Element ist: hervorragend versteht er es, mit seiner Stimme Gefühle, ja Schmerz, zu vermitteln, beinahe greifbar zu machen. Dazu fand er noch Zeit, den einen oder anderen Song mit seiner Gitarre zwar mitunter brachial, aber dennoch stimmig zu begleiten. Witzig auch, wenn er französisch so singt, wie Felix Dworak seinerzeit arabisch gesprochen hat. Wegen solcher Auftritte bin ich ein Fan von ihm geworden!
Ein Fan bin ich auch mittlerweile von Hermann „Hobo“ Posch. Ein Gitarrist, wie man ihn sich nur wünschen kann, er spielt genau das, was für die jeweilige Nummer erforderlich ist: mal ist er kraftvoll und energisch, aber schon im nächsten Moment ist er der gefühlvolle, einfühlsame und aufmerksame Begleiter (wie etwa bei einem Doppel Slide-Part bei Fats Dominos „Hello Josephine“ – Gänsehaut pur!). Ewig schade, dass seine musikalische Laufbahn schon ein fixes Ablaufdatum haben soll…
Momente mit besonderer Qualität – davon gab es an diesem Abend einige! Auch Harry Pierron verstand es, solche Momente zu setzen. Bei Nummern wie Dr. John’s „Iko Iko“, Hank Williams' „Jambalaya“, beim Leiber/Stoller Klassiker „Hound Dog“, oder auch bei Professor Longhairs „Tipitima“ zeigte er, dass er mit dieser Musik auf Du und Du ist.
Für mich persönlich werden die Auftritte der Chili Cheeps immer, wenn es mir möglich ist, Fixpunkte in meinem Kalender bleiben. Die Kombination aus ihrer Musik, verbunden mit dem Bier von Eipeltauer, hatte aber was ganz Besonderes, eine Qualität, die zu dem im Vorfeld propagierten Motto des Abends passte:
„Laissez les bon temps rouler“ – „Let the good times roll!“
HP Brauerei Eipeltauer









Kommentare
Sissi
Danke Ernst - obwohl ich durch diesen Bericht bedaure nicht selbst anwesend gewesen zu sein... hatte selbst eines meiner Konzerte im Vogelkeller zur gleichen Zeit.
Umso mehr freue ich mich durch Deine Zeilen aber auf den 29.9. mit den Chili Cheeps im Davis... gleich zum Notieren im Konzertkalender!
Mit lieben Grüßen
Sissi