Konzert Berichte
Gov`t Mule- 10.11.09 Live im WUK
In Amerika zählen Gouverment Mule zu den ungekrönten Königen des Jam-Rocks, wogegen sie in Österrreich weitgehend unbekannt sind und in der Kategorie Musicans Artist einzuordnen sind.
Hob I glaubt.
Ein mehr als nur ausverkauftes WUK erzählte da eine andere Version.
Obwohl ich vor allem Wiens Live-Lokalszene schon ausgiebigst abgegrast habe, muss ich gestehen, das das WUK bislang ein weißer Fleck auf meiner Landkarte war. So gesehen also eine doppelte Premiere. Gov`t Mule und WUK.
Die Band rund um den Ausnahmekünstler Warren Haynes ist mir ja schon lange ein Begriff und hat sich mit ihren Platten und DVD`s den Frontplatz auf meinem musikalischen Siegerstockerl erobert. Für den Live-Gig im WUK hab ich sogar Eiszeit ausfallen lassen. Wer mich ein wenig kennt, weiß, was das heist………….
Vom WUK selbst war ich sehr angetan: Ein alter Backsteinbau mit verschiedenen Hallen, Werkstätten, Beiseln, und und und. Hat mich ein wenig an die Arena erinnert, und dort fühl ich mich ja auch sehr wohl.
Nach einem Bierchen im Stadtbeisel (das Personal angesichts des anscheinend unerwarteten Andrangs etwas überfordert, aber dennoch sehr freundlich), ging`s in die Halle.
Anstellen in der Schlange im Regen, aber was solls. Die Ordner sorgten halt (sehr freundlich) dafür dass es zu keinen Dränglereien beim Eingang kam.
Im Saal selber war Rauchverbot, das auch kontrolliert wurde, aber man konnte ja ins zur Halle hin offene Foyer ausweichen. Die Getränkepreise waren auch o.k., Mehrwegbecher zwecks Müllvermeidung, die Toiletten auch o.k.
Nach einem kurzen Linecheck von einem Roadie ,der wie Warren Haynes übergewichtiger Bruder aussah, ging`s recht pünktlich um acht los.
„Bad Little Doggie“ fetzte durch die Halle. Gleich von Anfang an war der Sound mehr als nur o.k., und auch kein bischen zu laut, ich hätt` mit mehr gerechnet. Dadurch waren sämtliche Feinheiten im Spiel dieser großartigen Band zu hören.
Wegen ausverkauft: also ich schätz` das so ca. 700 Menschen dort waren. Vielleicht kann uns ja wer die offiziellen Zahlen zukommen lassen.
Zum Konzert und Gov`t Mule selbst: Als Fan der ersten Stunde, als voreingenommener sollte ich ja keine Besprechung schreiben, von wegen Objektivität und so. Aber wer sonst?
Also hoff ma auf ein paar Kommentare.
Für den unwissenden: Gov`t Mule aus den USA spielen Jam-Rock, eine explosive Mischung aus fetten, hart gespielten Bluesrock Riffs verbunden mit einer musikalischen breite, so offen wie das Mississippi-Delta. Jazz, Funk, New Orleans Blues, jede Menge Psycadelic , ja sogar eine Prise Reagge und Ska sorgen für eine Mischung die sich quer durch eine gut sortierte Plattensammlung zieht.
Das ganze dann dargebracht von Musikern die Ihre Instrumente mehr als nur gut beherrschen - Musikerherz was willst Du mehr?
Warren Haynes Gitarrenspiel auf Gibson Firebird und Les Paul (bitte um Berichtigung oder Info!) ist geprägt von Powervollen Riffs, die Ihren Ursprung im Bluesrock haben. Sehr gerne wird geslidet oder das WhaWha hinzugezogen. Effekte werden eher seltener verwendet, gewissermaßen ist Haynes sein eigener Effekt. Sein sehr kraftvoller Gesang , der aber verschiedenste Modulationen in sich trägt (und auch manchmal am Gesang Effekte verwendet) ist ein perfektes „Transportwerkzeug“ für die Songs von Gov`t Mule. Vieles davon eigenes, aber immer wieder ausgesuchte Covers, ein wesentliches Element des Jam- Rocks.
Schlagzeuger Matt Abts spielt sehr dynamisch, ideenreich uns virtuos. Mit relativ kleinem Set sorgt er für einen Nagel, der sich Schlichtwegs gewaschen hat!
Betretene Minen (und auch abwesendes Grinsen) unter den Drummern im Publikum sprechen Bände, ich möchte an dieser Stelle nur kurz Mal das Call&Response Spiel zwischen Ihm und Warren Haynes beim ersten Instrumental erwähnen, oder das kurze Zitat von John Bonhams Eröffnungsfill aus Zep`s Rock`n`Roll.
Der neue Bassist Jorgen Carlson war auch nicht von schlechten Eltern. Einen Tag nach dem Gig blieben mir als Erinnerung an Ihn sein treibendes, immer in der selben Groove bleibendes Spiel bei zwei Nummern, kontinuierliche unauffällige Groovearbeit die aber der berühmte Tritt in den Ar….. war und seine unermüdliche Standfestigkeit an der Bar nach dem Gig. Alter Schwede ! Carlson ersetzte Andy Hess, der nach dem Tod von Gründungsmitglied Allan Woody einige Jahre bei Gov`t Mule spielte. Ich hab von Ihm noch nicht`s gehört, da er erst auf der aktuellen CD sein Debüt gab. Die dritte Premiere des Tages also.
Viertes Mitglied von Gov`t Mule ist Danny Louis, der mit seiner Orgel den Sound des vorher nur als Trio agierenden Musikerkollektiv mehr als nur positiv erweiterte.
Seit dem 2000er Album „Live before Insanity“ ist er jetzt dabei, ich kenn Ihn also von einigen Platten (auch live), was ich nicht gewust habe, ist das er auch Gitarre spielt und(Überraschung!) Trompete.
Gestern zu hören beim New Orleans March mäßigen Gospel „John The Revelator“
Lange, ausgedehnte Insrumentaljams begeisterten.
So manche Nummer ging mir zwar ab, aber bei einem so gewaltigen Repertoir ist das auch kein Wunder.
Einzig „Soulshine“ hab ich wirklich schwer vermisst!
Weitere Highlight (wenn ich Kaiser unter lauter Königen krönen muß!) waren für mich „She Said, She Said“ und „Time To Confess“. Nicht auslassen sollte ich then Reaggie-Psyc-Hybriden „I´m A Ram“, den Kracher „Lola Leave A Light On „ oder den Outro- Rocker „Mr.Man“
Herr Clever ist also schwer begeistert.
Mein Konzert-Highlight des Jahres.
Auf der Mule Homepage ist übrigens die Setlist des gestrigen Abends angeführt.
HP Gov`t Mule
My Space Gov`t Mule









Kommentare
Hannelore
Ich habe mir das Konzert auf Clever´s Tipp hin angehört und war auch schwer begeistert. Diese Band ist absolut hörenswert, die Musik zieht einen schnell in ihren Bann, und die Band selbst ist total sympathisch. Unbedingt anschauen!