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Konzert Berichte

Thorbjörn Risager; Cryle, Fillmore & HPRC / Reigen / 6.+8.4.11

Gleich zwei Mal gab es diese Woche " Big Band Sound" im Wiener Reigen. Am Mittwoch, den 6.4.11, kam die Thorbjörn Risager Band sieben Mann hoch auf Visite, am Freitag, den 8.4.11, teilten sich bei Meena Cryle feat. Chris Fillmore & The Hot Pants Road Club Band acht Mann die Bühne.

Über die dänische Formation Thorbjörn Risager Band konnte ich bis jetzt noch nie etwas Negativen berichten. Und auch dieses Mal wurden meine Erwartungen aufs Beste erfüllt und übertroffen. Es gab Rhythm´ & Blues, Soul, Swing, Jazz und eben auch ein wenig Bigband-Sound. Trompete und Sax sorgten dafür, daß auf der Bühne immer etwas los war.

Aus musiktheoretischer Sicht hat mir ein Freund erklärt, daß bei der Musik selten das klassische 12-Takter Bluesschema zur Anwendung kommt, sondern sie sich vor allem im atypischen Taktschema bewegt - Aha. Da ich es mitgeschrieben habe, ist es mir wichtig vorgekommen. - Aber eigentlich geht es mir immer nur darum, was ich bei der Musik empfinde, egal, in welchem Rhythmus geklopft werden muß.

Die Band ist wunderbar aufeinander eingespielt, jeder hat etwas zu sagen, musikalisch und auch in den Pausen dazwischen. Das sorgt dafür, daß man sich als Zuhörer wirklich gut aufgehoben fühlt. Die Musikauswahl ist perfekt, damit man mit einem beschwingten Gefühl aus dem Konzert nach Hause geht.



Am Freitag ging ich mit hoher Erwartungshaltung in den Reigen. Meena Cryle ist für mich DIE Bluesstimme schlechthin, und in Chris Fillmore hat sie ihren kongenialen Widerpart gefunden. Neben ihrem famosen Talent berührt mich auch die Ehrlichkeit, mit der Meena ihre Musik rüberbringt. - Da ist es egal, ob der Schweiß rinnt oder die Haare im Gesicht kleben, sie lebt jeden Ton, den sie singt. - Und das spürt man als Zuhörer sofort und ist davon gefangen.

Was mir bei diesen beiden Musikern auch gefällt, ist, daß sie in keinem Schema festgefahren sind. Man kann sie akkustisch hören, in kleinem Rahmen, oder auch - so wie gestern abend - in großer Formation. - Und hier hatten sie auch das Publikum, das sie sich dazu verdienten. Bis auf den letzten Platz war der Reigen gefüllt, von Anfang an herrschte famose Stimmung.

Der Hot Pants Road Club war sechs Mann hoch vertreten, und es war etwas ganz Neues, Meena´s Stimme untermalt von einer vollen Bläserformation zu erleben. Das war big Sound!

Auch Chris Fillmore, der Mastermind des Projektes, war wieder in musikalischer Höchstform.

Was sonst kann ich sagen? Wie kann ich die Stimmung beschreiben, wenn ein voller Saal "I was made for lovin´you baby" mitsingt, oder alle gebannt auf die Bühne starren, als Meena ihre Hymne "I rather go blind" lebt, singt, empfindet?

Das kann ich nicht erzählen, das muß man selbst erleben...



09.04.2011 02:45 Hannelore
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