Aktuelle News zu Blues
Grammatico Amptest 16.09.2009
Hier gibt´s etwas Neues und Spannendes zu lesen: Rev. Frank TT und Hermann Posch haben einen Gitarrenverstärker getestet, bei dessen Entwicklung auch Uli Ellison mitgewirkt hat. Hier ist Hermann Posch´s Testbericht:
Grammatico Amptest 16.09.2009
Modern Amps - Vintage Spirit
Es ist knapp vor 17 h und ich warte gespannt auf das Eintreffen meines Musikerkollegen und Freundes Rev. Frank TT.
Rev. Frank war voriges Jahr in Austin Texas und wurde durch Ulrich Ellison auf einen Gitarrenamp der Extraklasse aufmerksam.
Uli war bei der Entwicklung dieses Verstärkers maßgeblich beteiligt und so entstand durch den Ampspezialisten John Grammatico und der Zusammenarbeit von Ulrich Ellison ein Gitarrenamp der Sonderklasse, oder sagen wir besser, der absoluten Oberliga.
Frank geht leichten Schrittes durch meinen Innenhof, in der rechten Hand den Amp, und mir sagt schon dieses Bild, daß der Amp nicht das Gewicht eines Fender Twin Reverb hat (denn da wäre die Nase viel weiter in Bodennähe).
Ich sehe schon den Tweedbezug und denke, daß alleine schon die Optik dieses Amps die Herzen der Blueser höher schlagen lässt.
Habe ein paar Gitarren für den Test vorbereitet, die da wären:
Fender US Standard,Telecaster (Düsenberg), Fender Strat (Clapton Model), Guild Starfire 4, Gibson SG 1966 und eine Akustikgitarre mit Sunrise PU´s.
Der Grammatico Amp mit dem klingenden Namen „The Kingsville“ wird natürlich vorgeglüht, wie es sich für einen Vollröhrenamp gehört und somit haben wir Zeit, sich ein kühles Blondes zu öffnen.
Die Testphase beginnt mit der US Strat (Texas-special PU´s) und die Einstellung des Amps ist vorerst, alle Regler auf 6. - Eine Faustregel, mit der man schon sehr gut beurteilen kann, wie der Amp auf die Gitarre reagiert.
Die Gitarre und der Kingsville reagieren und wie ;-) „Stevie schau owa“
Es gibt keinen Matsch in den Bässen, sie sind transparent und klar.
Die Mitten und die Höhen kommen glasklar und ich denke mir, daß Albert Collins seine Freude damit gehabt hätte.
Frank justiert zwischenzeitlich den Lautstärkenregler in Richtung Vollgas und man spürt, wie sich der Kingsville freut. Als Dank bekommt man genau diesen Ton, den viele Gitarristen so sehr mögen, wenn die Saiten so richtig zu singen beginnen und das Ganze zu herrlichen Obertönen mutiert.
Wir mussten eine kurze Pause einlegen, weil der Amp mit seinen 40 Watt sehr, sehr mächtig wurde.
Frank öffnete in der Zwischenzeit sein mitgebrachtes Pedalboard und aktivierte seine Telecaster. Wir testeten den Sound des Amps über verschiedene Effekte wie Rat, Hall, Chorus, usw. - Was mich dabei überzeugte, war, daß der Amp trotzdem der Amp blieb, der er war, weil bei sehr vielen Gitarrenamps durch die Effektgeräte der Sound des Verstärkers verfälscht wird.
Die Speaker arbeiten gleichmäßig und sehr ausgewogen. John Grammatico verwendet Jensen P10R oder P10Q. Das heißt, es sind 4x 10“ Lautsprecher und der Amp wurde genau auf diese Speaker abgestimmt.
Rev.Frank spielte ein Soundbeispiel mit dem Ratverzerrer,er drehte die Gitarre etwas zurück und es klang, als säße John Lee Hooker vor mir, durch das Aufdrehen des Volumereglers der Gitarre veränderte sich der Sound drastisch und ich dachte, ok,das klingt jetzt nach ZZ Top (La Grange). Also wurde mir bewusst, daß man mit wenigen Einstellungen auf der Gitarre so ziemlich alles abdecken kann, was unser aller Gitarrenherz sich wünscht.
Testphase 3 beginnt mit meiner Düsenberg Tele. - Ich bevorzugte, ohne Effekte zu spielen, drehte das Setting des Kingsville auf Treble 7, Bass 6, Mitten 8 und Presence auf 5.
Für mich war jetzt wichtig den Amp mit offenen Akkorden zu testen. - Spielte ein Thema mit G C und D und stellte fest, daß der Amp auch hier Römisch 1 bekommt. Weil warum? Der Kingsville kommt fett und ausgewogen, du hörst jede Note heraus, was natürlich ein schlampiges Spielen der Akkorde überhaupt nicht toleriert. - Wieder ein Beweis, daß sich John Grammatico auch hier Gedanken gemacht hat, da man mit nur wenigen Veränderung des Volumereglers von clean bis crunchy alles abdecken kann.
Testphase 4 kommt die Clapton Strat zum Einsatz, da muß ich gleich dazusagen, daß jetzt die rockige Seite des Amps getestet wurde.
Wieder alles auf 6 und den Presence Regler auf 8. - Mit dieser Kombination wird jedes Effektpedal, das man mitschleppt, unnötig. Der Kingsville reagiert dermaßen fein auf diese Gitarre, daß man wirklich alles damit machen kann.
Was mir gleich aufgefallen ist (das wird jetzt vielleicht so machen Retroblueser abschrecken), ist, daß der Amp auch bei einer höllischen Lautstärke nie unangenehm wird. Wenn die Leute diese kleinen Amps spielen, dann hab ich immer das Gefühl, daß da in irgendeiner Ecke ein Brüllwürferl steht, das sich gerade anspeibt ;-)
Fazit ist, daß der Amp auch durch die Betriebstemperatur noch besser zu klingen beginnt, was für einen guten Röhrenamp ja selbstverständlich ist.
Testphase 5 beginnt mit zwei Gitarren, die mit Humbucker PU´s bestückt sind, und zwar eine Gibson SG 1966 und eine Guild Starfire4.
Bei den Inputs des Amps kann man auch zwischen High und Low Input wählen, da ja die Humbucker wesentlich mehr Output haben als Singlecoils.
Mit diesem Amp klingt die Gibson SG (die zu unrecht als Hardrockgitarre be(ver)urteilt wird) super jazzy. Man hört sofort die schnelle Ansprache der 4 Jensen 10er Speaker. Für mich wären da die Jensen P10R auch noch sehr interessant zu testen. - Der Amp klingt auch mit dieser Gitarre sehr gut und die Tatsache, daß hier nur hochwertige Bauteile verwendet wurden, spricht für sich.
Die Guild Starfire 4 verhält sich sehr ähnlich wie die Gibson, ist aber wesentlich runder im Sound, und hier hört man wieder die Transparenz dieses Highend Verstärkers. - Auch Wes Montgomery hätte sich über diesen Amp gefreut wie ein Baby.
Testphase 6 Larrivee Akustikgitarre mit Sunrise PU´s. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, über einen E-Verstärker eine Akustikgitarre zu testen, wenn Frank nicht zu mir gesagt hätte: Häng einmal die Akustik-Klampfe an. - Unfassbar, wie der Kingsville auch hier reagierte. Fette Bässe und traumhaft brillante Höhen. - Oft kommt eine Akustikgitarre über solche Amps sehr unnatürlich rüber, aber der Kingsville zeichnete sich hier auch hervorragend aus.
Zusammenfassung:
Mich hat dieser Verstärker restlos überzeugt.
Der Sound,das Gewicht, die Optik und die Tatsache, daß er alle Bandbreiten meiner Lieblingsmusik abdeckt.
Zwei Punkte wären für mich noch interessant:
1.Ein Federhall, wie es eben Fender macht (ich liebe das).
2.Ein Ausgang für einen zusätzlichen Speaker
Wenn jemand den Amp testen möchte, kann er/sie sich gerne bei Rev.Frank melden.
Hier noch ein paar Details:
Grammaticoamps
<Hermann Posch>









Kommentare
Skydog
Ist ja recht interissant und was kostet das Ding,wer hat in Österreich den Vertrieb. Oder ist das wieder einmal überbezahlter sog. Boutique Amp ? Ist sehr einfach nachzubauen, wobei die Jensen viel ausmachen!
mfg
Skydog
rev. frank t.t.
hi skydog der verstärker wird ungefähr 2500€ bei uns kosten , es gibt momentan nur meinen kingsville in europa, du kannst ihn direkt bei ihm bestellen.
weil ich aber von john grammaticos arbeit überzeugt bin möchte ich ihm helfen diesen amp bei uns bekannt zu machen.
wenn der verstärker sooo einfach nachzubauen wäre hätte john sich diese jahrelange arbeit sicher nicht angetan.
du kannst ihn gerne testen. rev.
Robert KOCH
Pfffff, 2.500 euros ! Der Verstärker ist warscheinlich hervorragend, kostet aber leider ein Arm.
Robert