Blues Spirits
The Blues wil die !
Hoffentlich werde ich nicht wieder durch dieses Schreiben angeklagt, doch trotzdem brennt mir was auf der Zunge ;-)
Es gab in den letzten Monaten außergewöhnlich viele und sehr, sehr gute Konzerte, die mit Blues zu tun hatten oder auch im Blues wurzeln. Bei den meisten Gigs waren jedoch fast keine Leute und so frag ich mich, woran das liegen könnte. Spielen die im TV wirklich so Wahnsinns-Filme, daß niemand mehr außer Haus geht? Oder gibt es neue Computerspiele am Markt, von denen ich nix weiß? Ein paar wenige Veranstalter wie der Amin vom Tunnel, mit der Unterstützung vom Dietmar Hoscher, die Britta vom Lousiana, der Reigen, die Petra von der Bierwaage und noch ein paar mehr reißen sich den A... auf, um gute Live- Acts zu buchen, und wie man sieht, interessiert das leider nur ganz wenige Leute.
Ich frage mich ernsthaft, woran das liegen könnte, weil es kann nicht sein, daß zu Paul Lamb, Austrian Blues Unit, B.B. and the Blues Shakes, Hannes Kashes-Sandera-Pöll und noch unzählige anderer super Bands nur ganz ganz wenige Leute auftauchen. An der Musik kann es nicht liegen, weil das alles traumhafte Acts sind, an den Ticketpreisen kanns auch nicht liegen, weil die äußerst fair sind und an den Speisen- und Getränkenpreisen wird?s auch nicht liegen.(oder doch ;-)? Nein, das kann nicht der Grund sein, weil zum Beispiel große Festivals wie Wiesen, Donauinsel usw. fast das Dreifache verlangen und trotzdem pilgern Massen von Leuten alljährlich dort hin.
Ich möchte hier nicht raunzen, aber es beschäftigt mich schon sehr muß ich ehrlich sagen, weil ich es ewig schade finden würde, wenn der Blues in Österreich durch Ignoranz des Publikums den Todesstoß versetzt bekommt. Es ist auch verständlich, daß sich die Veranstalter das auf Dauer nicht leisten können.(Wie auch?) Die Informationsplattformen der Bands und Veranstalter waren noch nie so gut wie jetzt, weil man sich dank Internet ja echt jeden Tag informieren kann und auch eine Menge Infos bekommt. Es gibt eine Handvoll Leute die - wie Herbert Uhlir, Dietmar Hoscher, www.blues.at - für den Blues in Österreich kämpfen und ich denke mir, daß wir das auch volle Kanne unterstützen sollten, wenn wir nicht wollen, daß der letzte Akkord vor 3 Zuhörern im gedämmten Licht eines sterbenden Bluesclubs verstummt.
Somit habe ich das gesagt und ich meine nicht (wie vielleicht jetzt böse Zungen zischeln), daß ihr zu Fall In Blues Gigs kommen sollt, weil wir ja auch nur ein Glied in der ganzen Kette sind und es wäre eben wichtig, daß sich jeder einzelne darüber Gedanken machen sollte, wie es weitergehen soll.
Amerika hat der Welt nur zwei leiwounde Dinge geschenkt und das sind der Blues und der Jazz und ich denke mir, daß es sich lohnt dafür zu kämpfen, um diese wunderbare Musik am Leben zu halten. Nehmt eure Lieben und kommts zu den Gigs, auf daß wir noch lange Spaß an dieser schönen Musik haben.
Euer Hobo









Kommentare
Mike Stokkinen
Hallo Hermann!
Vollste Zustimmung - obwohl ich mich outen muß: ich komme nur ganz, ganz selten zu Gigs!!! Grund: Zu Beginn hatte ich kaum Zeit - Fulltime-Job.
Jetzt hätte ich Zeit (Halftimejob), aber mir fehlt die Kohle!!! Warum fehlt mir die Kohle? Weil es schwierig ist, mit Musik (bevor man einen gewissen Bekanntheitsgrad hat) Geld zu verdienen, und zwar so, daß man sich auch etwas leisten kann!
Egal, wir machen weiter - was soll ma denn auch anderes tun??
sincerely yours
Mike
Inge
Hm, leere Säle, also ich bin oft auf Blueskonzerten und bin jedesmal froh, wenn ich wenigstens hin und wieder einen Sitzplatz ergattern konnte, meistens muß ich irgendwo am Rand oder weit hinten stehen und bin dann froh, wenigstens noch Sichtkontakt zur Band zu haben. Aber das nehme ich gerne in Kauf, weil ich die Musik liebe und froh bin, an dem Ort dabei sein zu dürfen, wo dieses "Entstehen" gerade passiert. Die Stimmung ist immer, IMMER energiegeladen und positiv und ich gehe jedesmal voller Lebensfreude nach Hause. So kann ich mir gar nicht vorstellen, daß es auch leere Säle gibt, aber ich kann nur hoffen, daß sich das ändert, ich tu jedenfalls mein bestes,ggg.
Inge
petra
Servus Hobo!
Schön, dass du dich mal wieder zu Wort meldest!
Und danke für die Blumen, tut gut, wenn's jemand bemerkt, dass man sich bemüht!
Alles andere hab ich schon beim Thema "Bluessession im Tunnel " geschrieben - ;-)
In diesem Sinne:
z'sammhaltn & weitermachen...
Peter
Eine ganze Reihe von Jahren hat es gedeuert, bis ich meine Frau für Blues begeistern konnte - EC und der Rigor Mortis Group sei Dank !
Das Eisen muß geschmiedet werden, solange es heiß ist. Leider Gottes wird einem das nicht leicht gemacht. Ich frage mich gerade wer die Schuld daran hat.
Ein "Event" (im Bach) fand gar nicht statt, die Musiker waren allem Anschein dort, spielten aber nicht. Dem nachträglichen Vernehmen nach wurde mangels an Besuchern abgesagt. Ich hatte binnen 30 Minuten zumindest 20 Leute registriert, die kamen und wieder gingen, weil nichts zu hören war (alleine in den paar Minuten - bereits im Gehen - in welchen ich oben auf meine Frau wartete die auf der Toilette war, hatten etliche kurz reingesehen und sind dann weitergegangen).
An einem anderen Platz wurde X angekündigt, gespielt hat Y - ich will's nicht namentlich nennen, die Leute waren einfach zu nett.
In der Bierwaage gestern - angesagt für 20:30 im Netz, im Lokal für 21:00 - Beginn um ca 22:00 Uhr. Dabei wollte ich guten Wind für gute Musik bei jüngeren Leuten machen und hatte jemand mit, der sich allerbestens als Trendsetter eignet. Drei Nummern haben wir gehört, dann mußte ich berufsbedingt ins MAK zur MAK-Nite.
Aber jetzt sagt mir einmal liebe Musiker oder Lokalbetreiber - 1 1/2 Stunden, ist das nicht ein bisserl viel ?
Wen wundert's, wenn niemand kommt ?
Im Louisiana Blues Pub waren wir 15 Minuten zu spät d'ran, die Gruppe spielte bereits, der Laden war brechend voll. Und trotzdem - wohlfühl, wenn Ihr versteht, was ich meine. Wenn die Musik und die Stimmung paßt, dann klappt's auch mit dem Interesse. Und die Stimmung paßt, wenn die Musik paßt. Schlimm ist nur, wenn's keine Musik gibt.
Ich poste das hinter niemandes Rücken, die beiden Kritikpunkte hier habe ich bereits den Betroffenen selbst auch mitgeteilt. Mir liegt was an konstruktiver Kritik, auch wenn's abgedroschen klingt.
Roger Chappo Chapman sang unlängst vor nicht einmal 100 Leuten als hätte er ein Stadion voller Fans vor sich und seine Gruppe Shortlist riß sich den Hintern auf für die Handvoll Leute. Dabei HAT Mann der schon Stadien gefüllt. Eine fast leere Halle mit einer Stimmung, die besser kaum sein könnte. Das wird ihm keiner der Anwesenden jemals vergessen. Abgesehen davon waren er und die Band wooow ! Was ich aber eigentlich sagen will, ist, Musik will gespielt werden. Mich hat keine der Musen geküßt, aber ich weiß wohl, daß ein guter Musiker auch für sich selbst spielt. Vielleicht liegt da ein Ansatz ...
Zuerst kommen zwei, drei, dann mehrere. Wenn die ersten nichts zu hören bekommen, wie soll dann die so notwendige Mundpropaganda funktionieren ?
Da war von Ignoranz des Publikums die Rede. Aus dem Latein-Wörterbuch: ignorare=nicht wissen. So gesehen stimmt Ignoranz, nur daß das so ersehnte Publikum halt gelegentlich nix dafür kann, daß es ignorant ist.
Meine zwei Cents zum Thema.
Beste Grüße
Peter
Peter
PS: Fair sein muß ich schon. Ich hatte vergessen, zu erwähnen daß in der Bierwaage auch alle nett waren und Brownfish absolut gut.
Trotzdem hat's nicht gepaßt. Und mein Wunsch wäre, daß es paßt - für alle, Publikum und Musiker. Music unites - stimmt doch, oder ?
Vielleicht trägt meine Sichtweise etwas dazu bei.
Beste Grüße nochmals
Peter
petra
Servus Peter!
dein persönliches mail hab' ich erhalten, beantwortet , mich über - endlich mal konstruktive - Kritik gefreut & möcht auch hier dazu Stellung nehmen.
du hast völlig recht, der 1. Mai ist sehr unglücklich verlaufen & das war zum größten Teil meine Schuld...
Warum der Termin mit 20:30 angekündigt war, weiß ich nicht, muß das erste Missverständnis gewesen sein oder ein Tippfehler, unsere Termine beginnen eigentlich immer zwischen 21:00 - 21:30..War bis jetzt auch immer korrekt eingetragen-
Hab's nicht überprüft. Sorry!
Der viel größere Fehler war, nicht auf Harry (Fischer- von Brownfish) zu hören, als wir den Termin ausgemacht haben...Er hat das Maifest extra erwähnt, aber da wußte ich noch nix vom Drahdiwaberl - Konzert !....Voriges Jahr war das Lokal brechend voll & die wenigsten unserer Gäste waren am Maifest interessiert, darauf hab ich blöderweise gebaut....
Fehler Nr. 3: Wir bekamen kurzfristig einen Werbestand im Prater für das iVAN-fest , das wir zu Pfingsten im planet music organisieren...durch die Massen wurden wir aufgehalten & ich hab angerufen, dass wir schon unterwegs sind...Das Wissen, das noch ein paar Leute kommen, sollte nur Motivation sein, ich hatte nicht erwartet, dass auf uns gewartet wird...
Diese beiden (wirklich tollen & symphatischen )Musiker haben bei mir schon einmal vor nur einer Handvoll Leute gespielt-ein Sonntag & es hat ein Schneesturm vom Feinsten getobt & außerm Personal & ein paar Tapferen war keiner da, aber die beiden haben gespielt, als wär' die Hütte voll - also daran hat's sicher nicht gelegen in diesem Fall!
Missverständnisse am Laufenden Band! Und ein zusätzliches von der anderen Seite: Ich war nämlich extrem frustriert, weil wir den Eindruck hatten, ihr seid alle WEGEN der Musik gegangen!
Bin echt froh, dass du geschrieben & das aufgeklärt hast!
Hab an dem Abend gedacht, ich sollte die LiveMusik lieber wieder aufgeben, bevor sich die Musiker (&ich) nur Frust holen.
Tu' ich aber nicht!
Es dauert eben seine Zeit, bis sich alles einspielt & früher hatten wir diese Art von Problemen nicht, weil da nur "dorf - & lokalbekannte" Heroes gespielt haben, ....
Danke auch für deinen Fairness- nachsatz :-) & ich hoffe, ihr gebt uns noch mal eine Chance, diesen verunglückten Abend "wiedergutzumachen"-
zum Beispiel am Freitag, den 7.5.!?
ab 21:00!! ;-) Da spielt die 3/8 Band bei uns..
Würd mich freun...
Zerknirschte Grüße
Petra/Bierwaage
Peter
na, wer wird denn gleich zerknirscht sein !
Um eines für alle klarzustellen (Petra hat es schon in einer persönlichen Antwort erfahren) - es ging gleichzeitig ein ganzer Haufen Leute. Das war purer Zufall, wir waren drei und kennen die anderen gar nicht.
Wir sind auch NICHT WEGEN der Musik gegangen, wegen der waren wir ja hingekommen !
Mal sehen, ob sich's heute abend bei uns ausgeht. Wenn nicht, dann freut Euch Leute, das wird sicherlich eine legendäre Geschichte, die 3/8 Band wird dann spielen wie noch nie - es ist doch immer so, daß man gerade dann durch Abwesenheit glänzt, wenn's besonders interessant gewesen wäre ;-)
Beste Grüße
Peter
music is the best - Frank Zappa
petra
Schad', dass d` nicht da warst -
war echt klass ! ;-)))
Aber im Herbst mach' ma sicher wieder was mit der 3/8 Band!
Brownfish ist übrigens auch beim iVAN - fest im Planet Music am 31.5. dabei!
Peter
Die Antwort ging direkt an Petra
Peter
Ein Erfahrungsbericht zum Thema ist dort: http://www.blues.at/phorum/...
Thomas Heinze
Hallo Leute,
hab grad mit Interesse Eure Diskussion verfolgt. Ähnliche Probleme hatte wir im Ketzerhof auch schon. Tolle Musiker, super Atmosphäre und kein Schwanz - pardon - keine Katzen & Kater da. Was kamman da machen? Weiss auch nicht, Patentrezept gibts wohl keins. Aber ich sage eines: weniger fernsehen & videos schauen, weniger Surfen, mehr in die super Locations mit Blues & Jazz gehen in Wien und dorf auch mal ein paar Bierchen zischen.
LG Thomas Heinze
Ketzerhof
Schönbrunnerstrasse 194-196
1120 Wien
ps: sorry unsere homepage ist nicht ubgedatet, infos unter heinze-vienna@aon.at
schilhan michael
Hallo Hobo!
Ich glaube das die leeren hallen daher kommen, das die leute tatsächlich kein geld haben oder für andere dinge brauchen.
Wenn ich z.b. am abend ins "jazzland" gehe, kostet mich der abend gute ? 50,-- . Nicht weil der eintritt so teuer ist sondern das rundherum. (2-3 biere, kleiner imbiss, parkgarage oder strafmandat , eintritt...)
1-2 biere mehr und man muss noch
taxigeld dazurechnen. Oder mit ein bisschen pech den "deckel" abgeben.
Hat man ein schulpflichtiges kind
(fast wöchentlich verlangt die schule für irgendeinen scheiss geld) und selbst auch ein paar bedürftnisse
bleibt nicht viel geld wenn man unter
? 1000,-- verdient.
Hast du dir schon einmal überlegt wieviel geld man pro woche braucht
wenn man sich zu mittag nicht über eine Werksküche ernähren kann??
Ich kanns dir sagen: ? 5,-- pro tag
mal 5 tage mal 4 wochen = ? 100,--
jaja - unsere von uns nicht gewählte scheiss regierung hat schon öfters
betont das das " brotkörberl" jetzt viel höher steht.
Und was glaubst du warum deine eltern immer gesagt haben:" bua lean an aunständigen beruf..."
Ganz einfach - weil die leute in schwierigen zeiten halt einmal keine "kohle" für spass und unterhaltung haben. Weil "der blues" jetzt im richtigen leben statt findet und nicht nur in der musik.
Die kunst zahlt in schlechten zeiten immer als erstes drauf und weil unsere generation(en) noch keine schlechten zeiten erlebt hat, müssen wir uns an die selbigen erst gewöhnen ...!
Ich würde mich über eine diskusion zu dem thema freuen
P.S.
Michael Schilhan
1030 Wien
buerotechnik@netway.at
Jahrgang 1966
schilhan michael
Habe gerade festgestellt das
vor meinen angegebenen zahlen
statt einem "euro" zeichen ein
ausrufungszeichen steht .....was mich sehr wundert - sorry kann nix dafür
Hobo
Hallo Michael,
Ich muß dir recht geben,mit dem Euro haben sie uns total beschissen.Die einzige möglichkeit wäre irgendwie die Preise zu senken.(aber wie?)Hatte unlängst in einem Lokal in dem ich spielte 3,50 Euro für einen Kaffee bezahlt!!! Wenn man bedenkt das dass 50 Schilling sind dann kommt einen das gruseln.Auf der anderen Seite aber ist es doch auch so das die Leute sich jeden Sch.... kaufen und jeder mind.2 fernseher und DVD player und Playstation und sonst noch was weiß ich alles zuhause horten.Das Problem ist das die Leute mit dem ganzen Müll vereinsamen und ich denke die Kunst und die Konzerte sind dafür da das dass nicht passiert und darum spiel ich wahrscheinlich auch noch immer,denn wenn ich die Gagen (falls es überhaupt welche gibt)genauer betrachten würde dann hätte ich wahrscheinlich einen Gewinn wenn ich zuhause Fernsehn würde.
Liebe Grüße Hobo
Ps.Vieleicht sollten wir uns alle vom Hofer ein Lunchpaket checken und erst recht abfeiern bis sich die Balken biegen ;-)))
schilhan michael
Hallo Hobo!
Ich sollte das ja nicht zu laut sagen, aber ich tu das mit dem lunchpaket schon eine ganze weile... ;-) Essen zu hause, 2-3 biere in dosen mit der jacke ins lokal geschmuggelt und schon ist der abend (und die geldbörse) gerettet. Ich trinke sowiso nicht gerne überteuertes bier aus plastikbechern. Mit dieser praktik gehen sich schon ein paar konzerte aus im jahr. Das geld das mir dadurch bleibt tanke ich lieber ins motorrad (hehehe)
Beste grüße Michael
Eugene Charles
Liebe Leut´ln,
ich habe das ausführliche Statement über das Siechtum des Blues und die folgenden Komentare gelesen und pflichte dem grundsätzlich bei.
Was mir aber einige kalte Schauer über den Rücken jagt ist die Bierlösung von jemandem, der über Preisfindung und wie wenig davon wofür übrigbleibt bescheid wissen sollte (!! Bürotechnik !!).
Vor kurzem hatte ich das Vergnügen im Louisiana Oliver Grün zu hören hatte aber irgendwie das Gefühl, daß eine Epedemie irgendeiner hochinfektiösen Krankheit in Wien ausgebrochen war, da ein Gast gleich mehrere Tische im Lokal besetzen konnte.
Da ich beide Seiten der Musik - Bühne und Lokalbetreiber - aus eigener Erfahrung kenne, wird es, wenn es so weiter geht, bald keinen Wirt mehr geben, der sich ein miserabel besuchtes Konzert antun und keinen Musiker, der vor leeren Sälen spielen möchte.
In diesem Sinne keep on playin´ an keep on listenin´
Charles
Martin
Leerer Club trotz toller Band?
Hab ich auch öfters....und das tut weh!
Warum?
1.: ich bekomm weder Subventionen(weil ich "nur" Wirt bin")
2.: ich bekomm keine Unterstützung seitens Gemeinde (weil ich "nur Wirt bin")
3.: ich hab nicht die Kohle für Werbung (ich komm (fast)nicht in die Zeitung,weil ich "nur Wirt bin")
4.: ich kann mir so manche Band nimmer leisten,weil die (die Anderen wollen ja...) in Subvebtionierten Clubs lieber zu Fixgagen spielen als bei mir (weil ich eben "nur Wirt bin")
5.: die einheimischen Musiker wollen bei den Jam-Sessions nicht spielen,weil ich denen nicht ?50.- plus Essen und freie Getränke nach Wahl bieten kann (weil ich "nur Wirt bin")
6.: manche einheimische Musiker es sehr übel nehmen,wenn Kollegen aus USA um weniger spielen,da die es checken,dass ein "kleiner" Club es sich eben nicht so viel leisten kann ,wie ein "Grosser subventionierter" und deshalb bis zu 6 mal / Woche spielen.
7.: die Leut heutzutage sich auf nichts mehr einlassen und nur das konsumieren,wass ihnen "reingedrückt wird".....
8.: Es zwar sehr viel Kreativität und Musikalität gibt,was aber zugleich ARBEIT bedeutet ! Und MP3 abspielen ist eben nicht so schweisstreibend...
9.: Wir alle ein einem Boot sitzen,doch manche in die andere Richtung rudern....
10.: Jeder (Veranstalter) sein eigenes Süppchen kocht und keiner mit ein paar Kollegen einen Veranstaltungsring Gründen will (oder doch??)
...Und ich jetzt lieber mit dem "Gesudere" aufhör,weil das auch einer der Gründe ist und lieber weiter in die Hände spuck und mein "Ding" durchzieh-auch wenn's mir manchmal zum Heulen ist......
Martin
Noch eine Zugabe....
Bei mir kostet die 1/2 Stiegl 2,90
das Seiterl 2,40.-
der Kaffee 2,20.-
der Eintritt zw. Hut und ? 10.-
..wobei ich immer mehr zu "Hut" tendiere,da die leut bei ?5.- gar nicht ins Lokal kommen,aber einer Band,die sich das Publikum "erspielt" z.T. ? 10.- in den Hut werfen...
Und diese Erfahrung haben schon einige Bands staunend bemerken müssen.
Und wenn dann Bands bei mir spielen wollen,die meinen,es sei ihnen sowieso egal,wieviele Leut kommen,hauptsach sie cashen ab,-dann gibts-Gott sei Dank andere Musiker,die da eine professionellere Einstellung haben.
Und denen komm ich mit allem,was ich mir leisten kann,gern entgegen!
Ist eben für jeden von und der Job-oder? Und wenn wir den gemeinsam gut machen,dann haben wir alle was davon.
mARTin
Also ich kenne beide Extreme:
Konzerte bei denen Veranstaltungsräume zu platzen drohen und die Stimmung saug... ist einerseits,
andererseits gähnende Leere bei Spitzenevents.
Woran das liegt, würde mich sehr interessieren. Sicher gibt es verschiedene Ursachen. Is halt nicht jeden Tag Sonntag.
Melvin Greg
Melvin Greg
zu dem Artikel vom Martin "Nur Wirt".
Gähnende leere bei Spitzenevents gibt es Gott sei Dank bei uns ( BRD-Regensburg) nicht. Woran das in Österreich liegt weiß ich auch nicht. Aber daß mit dem Verantaltungsring finde ich eine gute Idee. Gibst hier auch. Die sind wahrscheinlich nicht so Brotneidig wie in Österreich. Da ich eigentlich wieder nach Österreich ziehen möchte, muß man es sich in dieser beziehung überlegen. Den spielen möchte ich eigentlich schon vor einem, z.Mdst. gut gefüllten Saal, und wenn`s mal nicht so toll ist dann macht man halt einen Kompromiss. Wie gelesen, wir sind alle in einem Boot und wenn alle in die selbe Richtung rudern kann es fast kein Problem geben.
Viele Grüße nach Österreich und toi, toi, toi,
Melvin Greg.
al cook
liebe freunde,
erik trauners lebensmotto "the blues will never die" scheint in letzter zeit zur durchhalteparole für frustrierte musiker verkommen zu sein.
der tod des blues ist noch nicht eingetreten, das hat sich anläßlich meines metropol konzertes gezeigt.
aber er hat eine intensivbehandlung bitter nötig.
wer ist nun aber am siechtum des blues eigentlich schuld.
alle drei komponenten, doch vor allem ein publikum, das gute musik zum nulltarif konsumieren will und sich noch obendrein über die bierpreise mokiert.
diese pappenheimer verprassen aber dann locker einen hunderter in einer kultigen krawalldisco und blättern locker einen 50er für ein zweitklassiges rockspektakel eines amerikanischen popstars hin, denn der ist ja ein unbedingtes "muß".
den sowieso, oder die xy band kann man ja gegen freie oder keine spende in einem der wiener bluesbeiseln hören. also wieso dafür geld ausgeben, das bier braucht ja ohnehin das für den abend erstellte budget auf.
also machen die sogenannten "bluesveranstalter" auf rock und pop. damit ist die hütte voll. so geschehen beim heurigen bluesspring. mehr brauche ich ja nicht auszuführen.
die musiker passen sich diesen gegebenheiten eben notgedrungen an und der blues bleibt auf der strecke.
solange publikum und veranstalter gegen die musiker arbeiten, wird die kunst keine entsprechenden lebensmöglichkeiten haben.
ich weiß nicht, ob ich diese wende noch erleben werde.
euer al cook