CD-Review
Guy Davis - "Sweetheart Like You" (Redhouse Records)

Guy Davis zeigt auf, das man nicht unbedingt um die vorletzte Jahrhundertwende auf einer Baumwollplantage geboren sein muss, um authentisch klingenden Blues spielen zu können.
Mit seinem neuen Album legt Guy Davis eine CD vor , die aufzeigt das authentischer Blues und jener der etwas modernisierten Form miteinander in friedlicher Koexistenz nebeneinander auf einer Platte dargeboten werden können, ohne sich gegenseitig zu stören oder das Gesamtbild des Albums durcheinander bringen.
1952 als Sohn der schwarzen Bürgerrechtler und Schauspieler Ossie Davis und Ruby Dee in New York geboren wuchs Guy Davis in einem kulturell sehr fruchtbaren Haushalt auf.
Mit dreizehn Jahren sah er einen Auftritt von Buddy Guy, der ihn damit inspirierte eine eigene Musikerkarriere zu starten..
1978 veröffentlichte er auf Folkways sein Debüt-Album, wandte sich dann allerdings anfangs der achtziger der Schauspielerei zu.
1991 gelang es ihm dann seine beiden Leidenschaften unter einen Hut zu bringen. Bei diversen Musical und Theaterstücken erspielte er sich einen Namen, unter anderem dem Stück Mulebone, für das Taj Mahal die Musik schrieb. Zwei Jahre später verkörperte er in einer Off-Brodway Produktion Robert Johnson.
Ab 1995 konzentrierte er sich wieder mehr auf seine Karriere als Musiker mit einer Live Platte präsentierte er siebzehn Jahre nach seiner ersten Aufnahme seine Vision des modernen Country Blues.
Guy Davis Musik ist die perfekte Symbiose von Tradition und moderne..
Mit akustischer Gitarre, Banjo, Mandoline, Harp und natürlich seiner leicht rauen Stimme,, die ein wenig an den ganz frühen Tom Waits erinnert (wohl auch durch seine erzählende Art zu singen) die im Kontrast zu den sensibel arrangierten Songs seht, erzählt er seine Geschichten .
Die Figuren in seinen Liedern sind sehr lebendig, sein Erzählstil orientiert sich an Blind Willie McTell oder Mississippi John Hurt und an Laura Davis- seiner laut Homepage 105 Jahre alten Großmutter.
“Guy can tell you stories of his great-grandparents and his grandparents, they’re days as track linemen, and of their interactions with the infamous KKK. He can also tell you that as a child raised in middle-class New York suburbs, the only cotton he’s picked is his underwear up off the floor. “ (Zitat aus seiner Homepage)
Die Songs auf “Sweetheart…”reichen vom Bob Dylan Cover Titel über eigenes (zum Beispiel der laut Sonny Terry&Brownie McGhee schreiende Song „Slow Motion Daddy“) oder „Steamboat Captain“, mich an Mississippi John Hurt erinnernd, zwei Leadbelly Ablegern ( „Follow Me Down“ und „dem tieftraurigen „Ain´t Going Down“), Son House´s „Down South Blues“, „Hoochie Coochie Man“ , „Can´t Be Satisfied“ ( am fünfsaitigen Banjo offensichtlich live eingespielt) und dem all-Time klassiker „Baby Pleas Dont Go“
Mit „Sweetheart likeYou legt Guy Davis eine Platte ins Regal, die es auf jeden Fall verdient, angehört zu werden..
Zusammenstellung, die Eigenkompositionen , der Vortrag und vor allem die für Bluessongs ungewöhnlich intensiven Texte haben es sich verdient. Einziges (kleines) Manko ist die bei den Eigenkompositionen manchmal doch etwas zu glatte Produktion.
HP Guy Davis
You Tube
HP Redhouse Records









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