CD-Review
Florence Rawlings – “A Fool In Love” (Dramatico)

Bei den selben Sessions, bei denen der Dramatico Boss Mike Batt Katie Melua entdeckte, spielte auch eine junge damals gerade dreizehnjährige Namens Florence Rawlings mit. Die Britin begeisterte, allerdings wurde beschlossen das die Schule vorgeht, also dauerte es noch etliche Jahre bis nun schlussendlich das erste Album der Dame ins Regal der Plattenläden wanderte.
Nun, ich weiß nicht wie das so war bei der Session in Mike Batts Villa, doch wen ich mir die mir nun vorliegende Platte so anhöre, denk ich mir halt mal, das sich das warten (von dem ma eh nix gwust hom, samma ehrlich!) durchaus gelohnt hat.
“A Fool In Love” ist eine Platte, die eher im Stile von Aufnahmen der siebziger ankommt, es entsteht nicht der Eindruck das hier groß in die Richtung Dancefloor geschielt wurde, eher entsteht der Eindruck das den Vorbildern bewusst reichlich Raum eingeräumt wurde.
Und diese sind laut Homepage Aretha Franklin, Eva Cassidy und Martha Reeves.
Was mir beim ersten durchhören auffiel, das Florence Rawlings für ihr Alter eine schon sehr komplette Stimme besitzt, und auch auf das sehr beliebte „Oversouling“ (a la Whitney Houston) verzichtet. Die Nummern sind erfrischend gerade ,schnörkellos.
Mit einer relativ kleinen Band aufgenommen, bleiben sie auch in einem eher „roughen“ Rahmen, klingen nicht überproduziert. Songs, die live sicher auch bestens funktionieren, sei’s im kleinen Club oder aber auch auf der großen Bühne. Eine Gelegenheit dazu bietet sich am 3.Oktober, da spielt Florence Rawlings in der Wiener Stadthalle im Vorprogramm von Tom Jones.
In der Band finden sich übrigens mit Chris Spedding, Steve Donnelly an den deutlich vernehmbaren Gitarren, Andi Newmark am Schlagwerk, der unvergleichlichen Beverley Skeete im Backgroundchor, Paul Jones an der Harp und den Saxophonisten Chris White und Nik Carter etliche alte Bekannte.
Die Songauswahl dominieren Nummern von Mike Batt selbst, einem nicht ganz so geglückten „Riverboat“ (im Original vom New Orleans Veteranen Allen Toussaint geschrieben, trotzdem schön, da sich wieder jemand dieser Perle angenommen hat, ist mir eine Spur zu schnell gespielt),
„The Only Woman in the World“ überzeugt mit Paul Jones und bringt die ganze Kirche zum swingen.
Ike Turner wird mit einer Nummer („A Fool In Love“) gecovert, sogar Chuck Berry hat mit „Can´t Catch Me“ wieder einen Tantiemencheck im Postkasten.
Zum reinhören würd ich „Jump On The Wagon“ anraten, der mit dezenten Bo Diddley artigen Grooves kräftig über den Bühnenrand schiebt.
Ja, die Bläser halten sich zurück, dafür gibt umso mehr Gitarren, ich fühl mich wohl in dieser Scheibe! Und: keine Boards !!!!!!!!!!!
Und ich freu mich, weil diese Scheibe so herrlich altbacken ist, würd jederzeit als spät sechziger Soul durchgehen.
Es braucht halt nicht einer mörder massigen Band und Stimmakrobatik. Reduziert und mit einem Auge für die Songauswahl wird auch viel gewonnen.
Und nach all den jungen Soul-Damen , die da in den letzten Jahren nachgewachsen sind stellt sich mit (und auch dem Rev. !! ) dieFrage wo da endlich die Nachfolger eines Otis Reading, Solomon Burke und Konsorten sind. Und kommt mir jetzt nicht mit Xavier Nadoo und Jan Deley!!
HP Florence Rawlings
My Space Florence Rawlings
HP Dramatico









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