CD-Review
Crank Bros. – “Black Midnights, Stars&Sreetlights” (Sonet/Universal Music Norway)

Nachdem wir in der letzten Zeit schon einige Male über sehr gelungene Platten aus dem Norden, und damit ist nicht das Waldviertel gemeint, nein , aus dem wirklich hohen Norden berichtet hatten, war die Freude sehr groß wieder mal Post von ebendort erhalten zu haben.
Kjetil Grande ist in der norwegischen Szene lange schon kein unbekannter mehr.
Obwohl Steve Ray Vaughan & Jimi Hendrix ihre spuren hinterließen, gilt die große Liebe dennoch dem Sound von so unterschiedlichen Musikgiganten wie Lightnin`Hopkins, Johnny Guitar Watson, Howlin Wolf, T-Bone Walker, Magic Sam und Robert Nighthawk deren Einflüsse sich in der Gitarrenarbeit wiederspiegeln.
Im Alter von neunzehn Jahren wurde Kjetil Gitarrist der damals größten Norwegischen Bluesband Good Time Charlie, ein Traumjob, wie er betont.
Überall wurde gespielt, und jede Menge Erfahrung gesammelt, auch als Musiker in der Back-Band von Leuten wie Lowell Fulson, Pinetop Perkins, Jimmy Dawkins & Mike Sanchez.
2004 kam der Start der Solokarriere als Gitarrist vieler berühmter Norwegischer Pop&Rock Acts. „….giving them a bluesy Sound on whatever they were doing”
Ende 2007 folgte das Debüt Solo-Album „Uppers DownersScremers& Howlers“das Album erntete 2007 den norwegischen Grammy als „Best Blues Album“ .
Als die Soloschiene unter dem Namen Grande in eine eher Rock orientierte Richtung ging kam der Entschluss wieder eine „old fasshioned style blues band“ and den Start zu bringen.
Mit Gunnar Sæter am Schlagzeug und Audun Ramo am Bass gingen die Crank Bros. im Frühjahr 2009 erstmals auf Tour. Einige Monate später wurde im Studio das uns vorliegende Album „Black Midnights, Stars & Streetlights“ eingespielt.
„Most songs on the album were in the studio recorded live in the studio, just like they did in the old Chess studio in the 50s” , wie Kjetil extra betont. “Morton Martens, a master/champion of the 50s sound, recorded and and mixed the album and made it sound fresh and punchy but at the same time, classic & simple”
Nun, so das Presseinfo. Doch was bietet „Black Midnights, Stars & Streetlights“ wirklich?
An allererster Stelle fällt der wie schon im Info erwähnte erstklassige Sound auf, da wurde wirklich exzellent gearbeitet. Schnörksellos und direkt prescht das Album vorwärts, die Gitarre deutlich im vordergrund gemischt , die Stimme(n) dahinter, das schiebt.
Sehr früher Otis Rush und etwas späterer Freddie King war mein erster Eindruck.
„ Get These Blues Off Me“ von T-Bone Walker schraubt das Tempo zurück, bringt aber eine enorme Spannung rein.
Stellenweise klingt`s ein wenig nach Canned Heat artigen Blues Experimenten, ohne allerdings zu weit abzudriften. Mag sein das ein bisschen zu kräftig in die Hall Dose gegriffen wurde, doch das soll jeder für sich selbst entscheiden (und stört auch nicht).
Ein wenig surfartiges ist auch vorhanden, hört Euch doch mal das Instrumental „ The Big Deep“ an.
„Don´t Let Her Come And Go“ ist eine jener Canned Heat igen Hatscher, vielleicht kommt`s mir auch so vor wegen dem Gesang verbunden mit in einem sehr weiten Raum jammernden Gitarren.
Eine Band, bei der ich auf jeden Fall den Eindruck hab, die können einen vor lauter Andrucken die Ohren wegfetzen, und das auch bei Zimmerlautstärke!
Eigenes und gestohlenes halten sich fein austariert die Waage, fremdes ist gut gewählt und gliedert sich harmonisch ein.
Beim Gesang würd ich mir manchmal a bissal mehr soul in der Stimme wünschen, andererseits hat das auch so seinen Reiz, z.B. bei Johnny „Guitar“ Watsons „Cuttin` In“
„Black Midnight,Stars&Streetlights“ beendet die Scheibe im sehr freien Gospelthema.
Einzig das Artwork ist ein wenig, nun sagen wir mal marginal ausgefallen.
Eine nordische Winternacht im Tunnel?
Ansonsten würd ich durchaus eine Kaufempfehlung aussprechen.
My Space Crank Bros.
HP Sonet









Kommentare
René ShyGuy McMiller
Kann auch nur sagen: sehr gelungene Scheibe! Macht richtig Laune beim Hören, und bringt den Hörer bereits beim ersten Durchlauf zum Mitnicken. Beide Daumen hoch, bitte weiter so!