CD-Review
Styx-Records: Muschalle & Straub/Müller
Zwei Neuerscheinungen von Peter Müllers STYX Label lassen meinen CD Player nicht zur Ruhe kommen:
STYX CD-1051 Günther Straub & Peter Müller: „Tributes“
Ein Leckerbissen für Klavierfreunde, eigene Versionen und Interpretationen bekannter und weniger bekannter Stücke. Straub zollt einigen, bei weitem nicht allen seiner Idole Tribut und erfreut uns mit einer Mischung aus Boogie und Stride, Blues und Swing, langsamen und schnell gespielten Stücken, vielen seiner persönlichen Favoriten. Nun könnte man einwenden, Nachgespieltes sei nicht das Gelbe vom Ei und lasse Kreativität vermissen - stimmt hier aber bei weitem nicht.
Erstens – wer kennt schon wirklich die Vorbilder, wer ist mit Namen wie Jimmy Blythe, James Booker oder James P. Johnson vertraut?
Zweitens – auch diejenigen, die die Originale (er)kennen, werden mit Straubs individuellen Interpretationen ihre Freude haben
Drittens – ist es immer noch gescheiter, Altbewährtes wieder zu beleben, als sich die Urheberschaft „neuer“ Kompositionen auf die Fahnen zu heften, denen in Wirklichkeit auch die alten Motive zu Grunde liegen.
Straub ist nicht nur Pianist, er ist Klavierspieler, seine Virtuosität ist nicht Selbstzweck, sondern Grundlage für ausdrucksstarkes Spiel, für mühelose Übergänge und Tempowechsel.
Müllers Begleitung ist so wie sein soll, ja sein muss – unaufdringlich, nicht vordergründig, nicht spektakulär, aber voll Drive und Taktgefühl, sorgfältig auf den Solisten abgestimmt. Wie wichtig das perfekt bediente Schlagwerk ist, könnte man nur merken, wenn es fehlte.
Höchstes Lob gebührt wie schon oft Andi Wingert, der den Erfordernissen der Einspielungen in jeder Weise gerecht wird und für den perfekten Sound sorgt.
STYX CD-1052 Frank Muschalle Trio „Fine Blend“
Eine auf den ersten Blick irreführende Scheibe – die Coverillustration würde auf gepflegte, dezente Teestundenmusik hinweisen, „Trio“ auf Klaviersoli mit Begleitung. - Beides stimmt nicht oder nur teilweise. Zu hören ist urtümlicher Blues/Rhythm & Blues in zeitgemäßen Interpretationen auf höchstem Niveau. Oft Mitschnitte aus Konzerten unter Mitwirkung zahlreicher bekannter Namen, unter anderen Rusty Zinn und Alex Schultz an den Gitarren, und die Saxofonveteranen Herb Hardesty (der die meisten Soli auf
Fats Domino´s Hits spielt), Jimmy Coe und Red Holloway. Die Aufnahmen stammen aus 2002 bis 2009 und waren mit wenigen Ausnahmen bisher unveröffentlicht (wieso eigentlich?).
Klassischer Blues, Stücke mit dem „Sophisticated Touch“, Talking Blues, tanzbare Rocker – alles wird geliefert, jeder Liebhaber dieser Musikart(en) wird bedient - eine unverzichtbare CD. Selbstverständlich bekommt man Muschalle ausgiebig zu hören, allerdings oft hintergründig. Für den Takt sorgt in bewährter Weise das „All European Rhythmus Duo“ - Dani Gugolz am Stehbass und Schlagwerker Peter Müller – unübertroffen!
Der Sound hat Studioqualität, obwohl meist Liveaufnahmen zu Grunde liegen. Wen wunderts, war doch wieder Andi Wingert am Werk.
Hoppauf Burschen, her mit Volume Zwei, da gibt’s sicher noch genug im Archiv!
(Werner Simon)









Kommentare
Keine Kommentare gespeichert