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R & B Caravan feat. Herby Dunkel / Davis / 18.6.10

Nach längerer Pause haben wir heute wieder eine Review von Bläsi - diesmal vom Auftritt der R & B Caravan feat. Herby Dunkel am 18.6.10 im Davis.


„T-Bone“, sagt Herby, „T-Bone müss ma spieln, meine Herrn, auf des stengan de Leut!“.
„T-Bone, T-Bone, du oiweu mit deim T-Bone“, entgegnet Andi, „da Lloyd Glenn ghört gschpuit, den hamma oiweu no gschpuit“.
„Oba meine Herrn“, meldet sich Peter, „meine Herrn, tats euch net streitn, mochma eh olles. Vagess ma nua net den Earl Palmer, der hot Zeuglsolos gschpült fost wia i“.
„Gehts Männer“, meldet sich „Professor“ Dani, „der Glenn, der hat doch eh oft mitm Walker gspielt, und der Palmer au a paar Mal, also habts eh alle recht. Wichtig is, dass wir den Urcharakter der Caravan aufrecht halten. A bissl jazzig-funkige Sachn, so wie mitm Norbert“. Einzig Saxofonist Tom meldet sich nicht zu Wort, wirkt ein bisserl ratlos, schaut eher verlegen in die Runde...

Ob sich Probe und Titelfindung für die anstehenden R&B Caravan Konzerte wirklich so oder ähnlich abgespielt haben, weiß man nicht. Fest steht, dass „weniger Kaffee getrunken und mehr gearbeitet wurde“ (Zitat Peter Müller). Fest steht, dass schlussendlich alle Recht bekamen. Fest steht, dass Breaks, Riffs und andere strategische Details ordentlich trainiert wirkten.

Fest steht, dass am 18.6. im DAVIS ein fulminantes Konzert abgeliefert wurde. Eine Rhythm & Blues Show einer Qualität, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Ein Mix aus Titeln, ähnlich wie sie auch die „Urcaravan“ gespielt hat und aus solchen, die für die Caravan mit dem „Vertretungsgitarrenfrontman“(!?) Herbert Dunkel hervorragend passen. Eine Auswahl, bei der der „Professor“ deutlich seine Spuren hinterlässt.

Es würde zu weit führen, auf alle Nummern im Detail einzugehen. Alle Musiker waren in Hochform und es war kaum zu glauben, dass diese Fünf das erste Mal zusammen auftreten - man konnte glauben, sich in einem Club an der Westküste in den Vierzigerjahren zu befinden. Drums und Bass lieferten wie immer den grundsoliden Groove, Drive und Beat ab, Gitarre, Piano und Sax solierten und rifften wie die Urväter, und der Gesang von Dunkel und Gugolz fügte sich harmonisch ein, unterstützt von kräftigen Bandvocals. Allen merkte man die Spielfreude an, und das Echo des Publikums war ein Entsprechendes.

Echte „Jumper“ standen im Vordergrund, aberes wurde auch „sophisticated“ gespielt (das Unwort „jazzig“ vermeide ich absichtlich). T-Bone wurde ausgiebig präsentiert, aber auch Lloyd Glenn, Gene Phillips, Eddie Vinson, Pee Wee Crayton... , aus der Abteilung „sophisticated“ hörte man Red Holloway, Julian Dash, Tiny Bradshaw (!) und Bill Doggett – ein überaus gelungener Mix. Unbedingt erwähnen muss ich „Hucklebuck“, den Riesenhit aus 1949, in einem mir unbekannten Arrangement – die Originalversion Paul Williams´ wirkt dagegen fast lendenlahm -, und das finale „Walkin´ This Boogie“, bei dem das Müllersche Drumsolo das Publikum von den Sesseln riss.

Man kann das alles nicht beschreiben, man muss es erleben – das Konzert in der Moormühle mit den Arlt - Brüdern muss durchaus ähnlich abgelaufen sein. Wie Peter Müller in einleitenden Worten sagte, wird die Caravan in der jetzigen Besetzung gottlob bestehen bleiben und sich von Fall zu Fall einen Gitarristen/Sänger als „Frontman“ ins Boot holen; hoffentlich kann auch der vielbeschäftigte Herby Dunkel bald wieder eingeladen werden.
Wer auf authentischen Rhythm & Blues steht, der sollte sich nachfolgende Gigs nicht entgehen lassen!


Bläsi




25.06.2010 11:54 Hannelore

Kommentare

Herby

Vielen Dank für die netten Worte! Uns hats auch riesen Spaß gemacht ...

27.06.2010 16:11
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