Peter Crow C. & The Weed Whackers / Davis / 7.12.10
Das wirklich Ärgerlichste ist, wenn man einen Bericht schreibt, dann auf den falschen Knopf drückt und ihn ins Nirwana verschickt. So ist es mir gestern abend gegangen. Obwohl total müde, wollte ich unbedingt noch meine Eindrücke von Peter Crow C. & The Weed Whackers am 7.12.10 im Davis darbringen. Zu faul, den Bericht im Word vorzuschreiben (oh Alfi, ich weiß, wie oft Du mir das aufgetragen hast), hab´ ichs direkt online gemacht und dann mit einem Klick (eigentlich wollte ich irgendeine uninteressante Seite zumachen) alles vernichtet. - Sh....
Dabei war ich voll Dynamik, denn was ich an diesem Abend geboten bekommen hatte, gefiel mir wirklich außerordentlich. Peter Crow C. ist ein Anhänger des Country-Blues der 20er, 30er und 40er des vorigen Jahrhunderts. Bei dieser Musik fühlt er sich wohl, alles Spätere kennt er zwar, berührt ihn aber nicht. Und so wird man bei seinen Konzerten unvermittelt ganz in diese Atmosphäre hineingezogen. Zusätzlich verfügt er über einen wunderbar trockenen Humor, mit dem er die besten Bonmots unvermittelt aus dem Ärmel schüttelt. So kreirte er z. Bsp. spontan den Ausdruck des "Wellness-Blues" - viele heutige Bands singen vom Rauchen, Trinken und anderem, nur leben sie halt nicht so - beste Unterhaltung war also garantiert.
Ihm zur Seite standen Dirk Vollbrecht am Baß, der auch schon auf der aktuellen CD vertreten ist, sowie neu Marcos Coll an der Harp. Er ersetzt nun Tony Ramos, den man ebenfalls auf der CD hören kann.
Ich habe Marcos Coll zum ersten Mal im Sommer 2009 mit der Band Los Reyes Del K.O. beim 2. Blues- und Boogie Festival in Neunkirchen gehört. Schon damals fand er beim Publikum begeisterte Aufnahme, und auch diesmal bewies er, daß er ein Meister auf diesem Instrument ist. - Dabei hatte er strenge Meister um sich, denn im Publik befanden sich Christian Sandera und Stefan Rausch. Ersterer stieg auch für einige Nummern ins Konzert ein, und gemeinsam mit Peter gab´s dann drei Harpspieler auf einmal zu erleben. Ein wirklich seltenes und gelungenes Vergnügen!
Besonders geadelt wurde der Gig durch den Besuch von Al Cook. Er war diesmal nur Zuhörer, und nachdem er zum Ende des Konzertes alle Zuhörer zu Standing Ovations aufforderte, nehme ich fest an, daß es auch ihm gefallen hat.
Am Ende kamen noch Peter Müller und Hermann Posch auf die Bühne und das Ganze endete mit einer Geburtstagssession für Sissi von BlueSimon. - Alles in allem ein wunderbarer Feiertagsauftakt!
Konzertbericht von Hermann Posch/3.10.09









Kommentare
al cook
der name peter krause war mir schon seit jahren bekannt und mir wurde mehrmals empfohlen, mir diesen jungen mann mal richtig anzuhören.
nun, im davis nahm ich mir dann endlich zeit, mir ihn und seine musik ins gemüt gehen zu lassen.
schon als er mich am eingang sah, begrüßte er mich sehr herzlich, meinte aber dann, daß er durch meinen besuch unter ziemlich puristischem druck geraten sei.
ich wußte, daß er einer von der „wahren lehre“ ist und versicherte ihm, daß ohne solche typen wie uns bald die fakes die bühnen dieser welt beherrschen werden.
die musik, sowie die interpretation war fehlerlos, da gibt es nichts zu sagen. bloß dem dirk am baß hätte aus tontechnischer sicht ein wenig „fett“ gut getan, doch am spiel selbst war kein störender ton auszumachen. ransom knowling (bassist bei crudup und waters) hätte sicher auch sein okay gegeben.
die harp war auch sehr engagiert gespielt und fügte sich wie aus einem guß ins konzept und doch hatte ich manchmal den eindruck, daß sie etwas überrepräsentiert war. marcos coll schien beim weiblichen teil des publikums vereinzelt glanzäuglein hervorgerufen zu haben, aber das gehört zum blues. davon hat auch ein robert johnson und nach ihm tausend andere gelebt.
was mich schließlich vom sessel riß, war die tatsache, daß man auch ohne dezibelgewitter das publikum in den griff kriegen kann. wie hätten wir je erfahren, wie sich die alten ritter ohne lautsprecher angehört haben. das glaube ich, waren die standing ovations wert.
denn wo werden wir sein, wenn es keine authentiker mehr gibt....bei cindy lauper könnt ihr nachsehen.
also, noch vielen dank für die musik...und viel glück,
euer al cook
Sissi
.... danke Hannelore, danke Al, für die schönen Berichte über diesen eindrucksvollen Abend!!!
Mit herzlichen Grüßen, Eure Sissi