Konzert Berichte
B.B.& The Blues Shacks / Davis / 27.11.09
Ich bin ja so froh, daß wir so fleißige Konzertbesucher haben, die Blues.at immer wieder von ihren Konzerteindrücken berichten! Diesmal war wieder Bläsi im Dienste des Blues unterwegs. Er erzählt vom Konzert von B.B.& The Blues Shacks im Davis am 27.11.09...
Obwohl sie eine 9-stündige Autofahrt in den Knochen hatten und nicht einmal zwei Stunden vor Konzertbeginn beim Davis ankamen, wirkten die Shacks frisch als kämen sie gerade von einem Erholungstrip. Noch dazu hatte Michael Arlt eine schlimme Halsgeschichte noch nicht gänzlich auskuriert, was ihn aber nicht hinderte, sich voll auszugeben.
T-Bone Walker und B.B.King gehören nach wie vor zu ihren Favoriten, und obwohl beide Altvorderen selten bis überhaupt nie Mundharmonikas in ihren Bands hatten kamen die Titel so, als ob sie nie anders gespielt worden wären. Andreas „Ali“ Arlt hat alle T-Bone Gimmicks drauf, und bei ganz leisen Passagen war das Publikum mucksmäuschenstill. Obwohl die Band im Kollektiv nichts anbrennen lässt und wie aus einem Guss spielt, durcharrangiert und bis ins Detail trainiert, bleiben bei den Soli genug Freiräume, die Spontanität und Einfallsreichtum vermitteln. Das ist den Shacks nicht so bald nachzumachen.
Dennis Koeckstadt ist ein hervorragender Pianist und konnte dies mit einigen Chorussen auch beweisen. Leider spielte er auf einem E-Piano, da er auch orgeln musste, und das gibt ein Klavier bekanntlich nicht her. Er verstand es aber, die Orgelparts so dezent einzusetzen, dass sie nicht störend wirkten. Henning Hauerken („der beste Bassist und der beste Autofahrer“) und der „eingebürgerte Hildesheimer“ Bernhard Egger sorgten wie immer für den satten Groove und den richtigen Beat.
Natürlich wäre bei den finalen Rhythm & Blues Titeln ein fetter Bläsersatz schön gewesen, wie er bei Smiley Lewis und Roy Milton fast unabdingbar ist, aber wer hätte das Dach festgehalten? Die beiden Nummern kamen auch so schön herüber, auch wenn New Orleans weit weg war.
Frenetischer Applaus, das zum Teil weit hergereiste Publikum wollte mehr und bekam es. Zuerst ein Freddie King im Quartett („wir müssen dem rekonvaleszenten Michael eine Pause gönnen“) und zum Abschluss eine soulige Nummer, die die Gemüter wieder in den grünen Bereich zurückbrachte.
Erwartungsgemäß ein superbes Konzert, um Wiederholung wird gebeten!
(Bläsi)









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