Konzert Berichte
Swinging Ladies DeLuxe/Hannes Kasehs & Band/Davis
Wieder einmal ein Bericht von Bläsi, in „Kurzfassung“ über die „Swinging Ladies DeLuxe“ vom 15.12 und etwas länger über das „Ersatzkonzert“ von Hannes Kasehs & Band, der am 19.12. der für den rekonvaleszenten Andreas Sobczyk einsprang.
Über die „Ladies“ gibt es in diesem Forum nicht viel zu berichten, weil deren Konzert nur am Rande mit Blues zu tun hat und aus kommerzieller Tanzmusik besteht, in mehr oder weniger hoher Qualität. Es ist genau zu bemerken, welche der Nummern gut einstudiert und geprobt sind und welche weniger gut…
Die beiden Louisln, Jordan und Prima gehören zu Recht zu den Favoriten, ein Vergleich mit den Originalen ist nicht zulässig und unnötig, Hauptsache das (zahlreiche) Publikum hat sich gut unterhalten und fleißig das Tanzbein geschwungen.
Mister Hering und Mister Miller (beide natürlich im Smoking!) sorgten für den Swing, letzterer verlieh dem Ganzen den Touch des Improvisierten, er ist wahrscheinlich der einzige Drummer, der ein tanzbares Schlagzeugsolo hinlegen kann. Miss Regina hat erfreulich natürlichen Charme, der nicht aufgesetzt ist und besonders bei den männlichen Besuchern seine Wirkung nicht verfehlt; noch dazu ist sie sehr hübsch und in ihrem roten Abendkleid reizend anzusehen.
Miss Betty KANN Klavier spielen, und gemeinsam waren die Damen von den Andrews Sistern nicht weit weg. Sogar „eingefleischte“ Blueser waren mit der Darbietung zufrieden, als X-mas Special ist sowas auch innerhalb einer Bluesreihe zulässig. Schließlich sind Publikumswünsche w/g zu erfüllen, oder?
Zurück zum Blues ging es am 19.12. Die Präsentation der neuen CD des Andreas Sobczyk Quartetts hätte es werden sollen, doch leider war der Bandleader nach einer erst überstandenen schweren Grippe noch nicht spielfähig. Hannes Kasehs und Tom Hornek sprangen kurzfristig ein und so wurde das Konzert weitgehend aus Titeln aus den „Linda´s Blues“ und „Fresh Cuts“ CDs bestritten.
Als Einleitung wurde ein Titel von der neuen Sobczyk CD vorgestellt, eine sensationelle Version des „St.Louis Blues“ mit Norbert Schneider an der Stimme und Bläsersatz mit Tenorsax, Klarinette und Posaune – so hat man diese doch „abgedroschene“ Komposition noch nie gehört! Das Konzert begann live mit Kasehs am Gesang (drei Titel), dann kam Schneider mit „Hooked On You“ dran, ehe es das Publikum bei „Someday“ erstmals von den Sesseln riss – ein Group Sound Rock `n´ Roll erster Güte mit sensationellen Chorussen beider Gitarristen, angetrieben vom mächtigen Beat Peter Müllers – grandios!
Nach „Sittin´ In My Backyard“ mit einem Orgelsolo von Hornek beruhigte „Crying Heart“ die Gemüter; beim folgenden „This Morning“ mit einem netten Unisono Intro Gitarre/Piano und zweistimmigem Gesang kam „Take It Easy“, Norberts Reggae – Special, bei dem Tom Hornek den Orgelpart souverän meisterte und Dani Gugolz das Thema mit seinem Ostinato-Bass die ganze Nummer durchhielt; das Schneidersche Gitarrensolo kam schon wieder in veränderter Version - die wievielte? – wieviele dürfen wir uns noch erwarten? Wieviele Ideen hat er noch? Heftiger Applaus, besonders auch vom (leider spärlichen) jungen Publikum. Mit Hannes´ „Take The Risk“ klang der erste Teil beruhigt aus (liebt er wirklich wie ein Thunderstorm?).
Mit „Stupid“ ging es im zweiten Teil swingend (und witzig) weiter, ehe Hannes zu einem Chuck Berry Titel überleitete (…“ich bin ja auch Gitarrist in einer Chuck Berry Coverband“…) – so hätte ich den Altmeister gern im Gasometer gehört, aber leider - , gefolgt von einem West Coast R&B Instrumental Marke T-Bone und einem gefühlvollen Blues, der an Peter Cairn gemahnte, mit schönen Solos von Hornek und Schneider.
„Lover Not A Fighter“ wurde schneller als gewohnt und eher als Memphis- denn als Louisiana Blues angelegt. „Is It A Shame“ sangen die beiden Vokalisten zweistimmig und das war fast Swamp-Pop. Der „zufällig“ anwesende Hermann Posch wurde für die nächste Nummer auf die Bühne gebeten und brachte mit einem gefühlvollen, fast gospelähnlichen Lied (…show me the way to the Holy Land…) weihnachtliche Stimmung. Ein Mix aus Jimmy Reed und Elmore James von Hannes folgte und Tom durfte sich eins orgeln – war nicht weit weg von „Sweet Home Chicago“. Mit „Wish You Well“ in geändertem Arrangement (Norbert am E-Bass!) klang der offizielle Teil aus.
Stürmischer Applaus erzwang Zugabe – mit einem fetzigen „Seven Nights“ ging der Abend endgültig zu Ende.
Es war nicht das, was man erwartet hatte, das Konzert des Andreas Sobczyk Quartetts wäre sicherlich ganz anders verlaufen, aber es war ein superbes Konzert von superben Musikern mit hohem Improvisationsvermögen. Ob die Herren überhaupt geprobt hatten weiß man nicht, es wäre aber auch nicht nötig gewesen, alle kennen einander seit langem und können sich blindlings auf die Bühne stellen. Hannes Kasehs und Thomas Hornek muss für ihr spontanes Einspringen gedankt werden, das Sobczyk Konzert sollte unbedingt nachgeholt werden.
An dieser Stelle soll Hannes einmal für alles gedankt werden, was er für die Bluesszene leistet. Unzählige Nachwuchsleute sind durch seine Schule gegangen und haben von ihm gelernt. Er ist nicht nur ein hervorragender Gitarrist, Sänger und Songwriter, sondern ein äußerst liebenswerter Mensch, der Understatement nicht vorführt, sondern lebt. Ad multos annos, Hannes!
Mit den besten Wünschen für ein Frohes Fest
und ein bluesiges 2010
Bläsi









Kommentare
hannes kasehs
herzlichen DANK, für die netten worte!
habe mich sehr gefreut!
lieben gruß!
hannes