Konzert Berichte
„boogie, blues & more“ im HdB Liesing, 21.1.2010
Werner Simon berichtet von „boogie, blues & more“ im HdB Liesing am 21.1.2010.
„boogie, blues & more“ im HdB Liesing, 21.1.2010
Im Gegensatz zu den Vorjahren war der Saal nicht mit Sitzreihen bestuhlt, sondern es gab Sessel an unterschiedlich großen Tischen, die mit Tischtüchern versehen und hübsch geschmückt waren. Zusammen mit dem wesentlich erweiterten gastronomischen Angebot – es gab warmes Buffet mit Gulasch (sehr gut!), gefüllter Hühnerbrust (auch gut) and anderem - führte dies zu einer angenehme, fast clubähnlichen Atmosfäre, in der sich die zahlreichen Gäste sichtlich wohlfühlten.
An den beiden Flügeln agierten Andreas Sobczyk und Frank Muschalle, assistiert von Norbert Schneider an der Gitarre und dem wie immer immens swingenden Rhythmus von Dani Gugolz und Peter Müller. Frank kam erst kurz vor Beginn aus Berlin an – der Flug hatte nicht so lange gedauert wie die Öffifahrt von Schwechat nach Liesing. Noch dazu hatte er seine Schuhe vergessen und wurde mit einem Paar geliehenen 46ern ausgestattet, was durch Peter Müllers launige Ansage zum „Running Gag“ des Abends wurde.
Die beiden Pianisten starteten gemeinsam auf beiden Klavieren und schon da konnte man bei aufmerksamem Zuhören Stilunterschiede bemerken. Muschalle ist ein Boogie- und Bluespianist mit Ausflügen in den Stride (wie seine Vorbilder Ammons und Johnson); er brilliert mit rasanten Nummern, spielt aber auch höchst einfühlsam tiefen, urwüchsigen Blues (da geht mir das Herz auf!). Andi bietet ein erweitertes Spektrum an und scheint mehr dem Swing verpflichtet (s.Bericht über seine neue CD, aus der er einige Titel spielte).
Grandios wieder einmal Norbert Schneider. Im ersten Teil beschränkte er sich auf Begleitgitarre, die leider zu leise und fast nur perkussiv bemerkbar war, bei einem Titel („Boom Box“) solierte er als Sänger. Nach der Pause räumte er mit zwei Vokaltiteln großen Applaus ab (so wie Peter Müller mit seinem Schlagzeugsolo). Das Beste waren für mich aber seine Gitarrenchorusse und besonders die Riffs, die er zu den Klavieren spielte – grandios und glücklicherweise auch gut hörbar.
Im Finale stieg Axel Zwingenberger ein; über seine Qualität brauche ich mich nicht zu verbreitern. Dennoch war es wieder Norbert, der für mich den Vogel abschoss – als Dani Gugolz (der ja nicht nur Bassist, sondern auch ein hervorragender Pianist ist) zu den bereits mit sechs Händen spielenden Herren noch zwei Hände beisteuerte, übernahm Norbert wie selbstverständlich den Basspart mit der Gitarre und bewies wieder einmal sein herausragendes Können als umfassender Musiker.
Frenetischer Jubel, ein würdiger Abschluss eines rundum gelungenen Konzerts.
(Werner Simon)









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