Konzert Berichte
Der “13"-er im Louisiana / 30.7.2010
Vergangenes Wochenende beging das Louisiana Blues Pub bereits sein 13. Geburtstagsfest. Hermann war Gast und erzählt uns davon...
Der “13"-er im Louisiana
Der Sommer bringt´s mit sich: Feste von besonderem Geschehen und besonderen Gästen geprägt (nur Andeutungen: Finanzamt Josefstadt, Gaisruck, Brunn, Ratzersdorf etc. etc.), persönliche Anläße, kurz: Feiern, Feiern, Feiern ringsum. Und man kann nicht überall dabei sein.
Das mag diesmal als Begründung gelten, daß eines dieser Festl paradigmatisch zum Anlaß genommen wird, um den vielen, die nicht da waren, zu schildern, was sie verpaßt haben. So sollte ein Quentchen des Posteventerlebens realisiert werden.
Das Louisiana Blues Pub (Geburtsstätte für Blues.at! Gewußt?) rief seine (Stamm)Gäste zusammen, um dem Lokal und seiner Patriarchin die Reverenz zu erweisen. Keiner kam mit irgend einem Geschenk, alle nur mit leuchtenden Augen, folgsam dem Aufruf des Lokals “WIR FEIERN!" nachkommend. Und dann war da noch die Rede von einem “KOSTENLOSEN BUFFET SOLANGE DER VORRAT REICHT" (er tat es über Mitternacht hinaus).
Also: Ihr Nicht-Gekommenen: Euch ist ein spezifisches Versäumnis passiert. Wie viele Hauben da zu vergeben wären?: für jede der ungezählten (13??) Leckerbissen gleich mehrere! Und das alles hat Britta alleine (Beginn am Vortag) für ihr Pub, für ihre Bewunderer, für ihre Musiker getan. So viele berechtigte Vorhänge, das übliche Dankeszeichen an die Akteure, wären kaum zählbar.
Hannelore zum “Herby Dunkel Trio" am 23. 7.:
“Gleich beim Eintreffen fühlte ich mich in die schwüle Hitze der Louisiana-Swamps versetzt. Fleißig (und vergebens) versuchten die zwei Ventilatoren etwas Kühlung zu verschaffen. Š" Die mir auferlegte Benachteiligung klärt der weitere Text: “Ein verschwitzter Mann hat ja eine gewisse Erotik, und vor mir auf der Bühne saßen gleich drei Prachtexemplare" (diesmal waren es nur zwei, verstärkt mit meiner Frau; mir gebricht es an Courage, sie nach der Richtigkeit solcher Expertise zu fragen). Das ging mir bedeutungsgleich mit der dramatischen Szene des “Jedermann" und Dan Beckers dämonischem Auftritt durch den Kopf. Denn: Das Louisi und sein 13. Jahresfest, und ich keine Ahnung von der den Bluesern vielleicht eigenen Zahlenmystik (und dem darin verstecktem Aberglauben, daher demnächst die indiskrete Rundfrage, ob “13" Mojo-Charakter hat)! Doch die Erinnerung an das 10., 11. und 12. Fest waren viel zu gut, als daß nicht mit einiger Risikofreude der eigene, schwächelnde Mumm aufgepäppelt werden konnte.
Nach der überwundenen Eintrittsscheu erweckten viele, viele kleine und größere Teller unter Folienverhüllungen ein nicht verleugbares Interesse. Ja, Britta bleibt bei ihren Geheimnissen, denn erst nach zwei musikalischen Leckerlis läßt sie verkünden: “Das Buffet ist eröffnet". Und alle bleiben auf ihren Plätzen, denn die drei auf der imaginären Bühne machten durch ihren Anfang intensiv auf das musikalische Buffet neugierig. Vergessen schien der bereits einsetzende Speichelstau, man war wirklich ganz Ohr. Die unlauteren Magenkommentare überhörten alle wie wohlerzogene Internatszöglinge.
Hannes Kasehs (Gitarre, Gesang, der zum Marathon Men des Abends wurde) konnte es nicht verbergen: Hier war seine Bühne, hier schleuste er ja schon Scharen junger Blueser mit spurenreichem Auftrittfieber durch, rubbelte Kanten ab, stärkte manche Segmente der Persönlichkeit. Ihn zu beobachten führt ganz rasch zur Vaterfigur, die da gütig mit dem Nachwuchs umgeht. So gab er auch an diesem Abend Susanne Starkl das Mikrophon.
Es kann nur feine Regie gewesen sein, daß Jörg Danielsen zu einem Kurzauftritt eingeladen war. Und an diesem Abend war es zu entdecken: Jörgs rauchige, hintergründige Stimme, die dem Zuhörer ganz überlassene Deutung seines Singens gehört in die reiche Schatztruhe an begabten Musikern unseres Landes. In ihm wird ein anderer Edelstein des Blues heranwachsen. In der “Vienna Blues Association" formiert er sich ja bereits eifrig. Und da hat wohl auch die Gitarre des Hannes eine kleine Vaterrolle übernommen.
Doch es entfiel sonst diese Aufgabe für Hannes: Seine Schwester Christa braucht nicht den Ruf des großen Bruders, sie hat sich längst mit tiefen und im Laufe des Abends immer dominierender gewordenen E-Baß-Klängen einen eigenen tieftonigen Ruf geschaffen. Wann wird ihrem Können Rechnung getragen?
An den Drums: der unvergleichliche Didi Mattersberger. Was er diesen Abend hinzauberte (nicht nur sein überelegantes Outfit, das sogar einen maître des vêtements nicht ohne ehrliche Komplimente hätte auskommen lassen), mit welcher Aufmerksamkeit er Gitarre, Gesang und Baß zu einem gemeinsamen Klangkörper verschmolzen hat, die “13"-er-Gäste bekamen nicht wirklich von diesem Genuß genug.
Bleibend in meiner Erinnerung wird die Ausdrucksstärke des Hannes sein, wenn er so in die Musik abtrifftet, daß er sich nicht gegen die Dynamik des Spiels zu wehren weiß. Welche Qualität! Und noch eines drauf: Beginn exakt um 20 Uhr, Ende exakt um 24 Uhr. Eingeteilt in vier Sets mit kurzen Pausen.- Zusammengefaßt: wie die Speisen so die Musik und die Musik wie die Speisen. Und das erst zur Halbzeit.
Bei angenehmer Temperatur ging´s wirklich heiß her: Ein begeisternder Abend in entspannter Feierstimmung, wie immer betreut von der Schank aus (ein Detail: ein neuer Gast nimmt seine eben leer gewordene Flasche in die Hand, und schon steht Claudio mit einer vollen hinter ihm. Wie macht er das? Er ist ein echter Louisianer.) - Spätestens beim “15"-er wird Britta einen (noch zu kreierenden) Orden von der Fangemeinde erhalten: das sogenannte “Louiserl"!
Hermann









Kommentare
hannes kasehs
herzlichen dank, lieber HERMANN!
es war ein wunderbares zusammen-spiel von publikum und musikern! ......... und dann geht alles leicht! :-))
danke dafür & lieben gruß!
hannes