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Konzert Berichte

Fall in Blues / Peter Kern im Reigen

Letzte Woche war eindeutig auch die Woche der Österreicher beim Vienna Blues Spring 2005.

Während die Mojo Blues Band am Dienstag ein höchst erfolgreiches und bestens besuchtes Konzert in der Fernwärme Wien gab, standen Mittwoch, den 20. April 2005, die CD-Präsentation von Fall in Blues und Donnerstag, den 21. April 2005, Peter Kern & Blues-Band auf dem Programm des Reigen.

Die CD-Präsentation von Hermann Posch und seinen Mannen wurde ja schon mit großer Spannung erwartet. Während das letzte Album "Love sick" eher im akustischen Bereich angesiedelt war, wurden auf "Goin´ away" die rockigen Töne angeschlagen. Genauso begann auch das Konzert am Mittwoch: Gleich die ersten Akkorde auf der Gitarre ließen den zahlreich erschienenen Besuchern die Ohren wackeln.

Fast das gesamte erste Set spielten Hermann "Hobo" Posch (git, voc), Jürgen "J. Lightning" Posch (git), Paul Kozakiewicz (bass) und Maurits Otte (drums) Blues-Rock vom Feinsten. Darunter viele Nummern aus ihrem Programm, die bei den Fans schon Highlight-Faktor haben, so zum Bsp. I "I Can´t see the light of day" von Ted Horowitz, eine Nummer, die dieser unter seinem Künstlernamen Poppa Chubby bekanntgemacht hat. Aber es gab auch neue Nummern, so wie den Titelsong ihrer CD "Goin´away" von Robert Lowery. Mit dem hat Hermann schon in Santa Cruz 2001 gemeinsam gespielt.

Besonders gut gefiel mir auch eine Instrumentalnummer von Paul Kozakiewicz: "You and me"; aber auch zwei Nummern, die Paul und Hermann gemeinsam geschrieben haben, stachen ins Ohr: "Deadend street" und "Stranger in your town" (diesen Song mag ich besonders, vor allem wegen dem Refrain, der was ganz Eigenes hat).

Die letzte Nummer im ersten Set war die erste Akustik-Nummer des Abends, und gleich eine wunderschöne: "Dear brother", die Hermann für seinen Bruder Friedrich "Fif" Posch, der im Herbst vergangenen Jahres verstorben ist, geschrieben hat. - Die Backgroundsängerinnen bei dieser Nummer waren Gabi und Anita Posch, die Witwe und die Tochter von Fif. Diese Nummer, die absolute Hit-Qualität hat, ließ das erste Set in einer berührenden Stimmung ausklingen.

Im zweiten Set ging´s gleich akustisch weiter: Der Stargast des Abends, Erik Trauner, spielte mit Fall in Blues fünf akustische Nummern. - Innerhalb weniger Töne hatte er das Publikum ganz bei sich, und auch er hatte eine wunderbare selbstgeschriebene Nummer im Gebäck: "Heavensbound", eine Hommage an seinen Vater.

Danach kehrten Fall in Blues zum Blues-Rock zurück, um das Publikum nach einem dynamischen zweiten Set und etlichen Zugaben shakend und in bester Stimmung in die Vorfrühlingsnacht zu entlassen.

In der Wiener Zeitung ist auch eine Review zu diesem Konzert erschienen:
http://www.wzonline.at

Donnerstag kam Peter Kern mit der Peter Kern-Bluesband auf die Bühne des Reigen: Michael Hudec am Baß und Michael Strasser an den Drums, mit denen er viele Jahre bei "Hooked on Blues" gespielt hatte, Hannes Kasehs an der Gitarre und Gerry Lüllik an der Harp.

Peter selbst sah wie der richtige Bluesman aus: Schwarz gekleidet, mit Hut (ein bißchen wie Guy Davis), saß er relaxed in einem Sessel und lies uns an seinem Können teilhaben. - Noch eine Paralelle gab es zu Guy Davis: Hannes Kasehs spielte auf einer elektrischen Gibson ES 345, genauso wie Nerak Roth Patterson, Guy Davis´ zweiter Gitarrist. Peter selbst spielte auf einer Ibanez Iceman. Mit dieser Gitarre hatte ich ihn noch nie gesehen und sein Bestreben an diesem Abend war, jeden der anwesenenden Gitarristen eine Nummer auf dieser Gitarre spielen zu lassen. So kamen wir in den Genuß, F.G. Hacker bei einer funkigen Nummer zu hören (die war aus dem Publikum gewünscht worden). Gleich mit der nächsten Nummer kehrte Peter aber zum Blues zurück, denn nach seiner Aussage "we are deep in the Blues" sind das seine Roots.

Eddie Fenzel hörten wir beim "Mojo Boogie" (übrigens, Tipp: am 30.4.05 ist Fencel Experience in der Bierwaage zu sehen!) und schließlich Hermann "Hobo" Posch bei "Bring it on home" von Sunny Boy Williamson.

Peter brachte nicht nur eigene Nummern, sondern auch Blues- und Soulstandards in ganz eigenen Varianten, frisch und neu. Wir hörten Chuck Berry und Jimmy Reed (Don´t forget I love you), Garry Moore und Etta James (I don´t want you to be my slave).

Wie sagte Peter so richtig: Music is my religion and I pray every day?

Was mich wieder so faszinierte, ist die Bühnenpräsenz von Peter Kern. Man sieht ihm richtig an, welche Freude es ihn macht, vor dem Publikum zu singen und zu spielen, da läuft er jedesmal zu Höchstform auf.

Der Abend endete mit Standing Ovations für Peter und seine Band. - Mir bewiesen diese beiden Abende, daß die österreichischen Künstler den amerikanischen in Nichts nachstehen - wie stolz kann dieses kleine Österreich sein...

27.04.2005 22:37 Hannelore

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