Konzert Berichte
Ladies Night - Women of Soul / Reigen / 30.4.08
Wie mit dem Motto des Abends schon hingewiesen wurde, endete der VBS 2008 nicht mit Blues, sondern einer Menge Soul. The SoulHSistas und Soulicious boten einen starken, femininen Abend.
Meena Cryle und Mary Lamaro sind während des VBS 2008 auch schon mit ihren eigenen Bands auf der Bühne des Wiener Reigens gestanden, und auch sonst sind sie der Blues-Gemeinde bereits wohlvertraut. Dabei überzeugt Meena mit einer starken, "schwarzen" Stimme, Mary Lamaro mit einer überwältigenden Bühnenpräsenz und großen Songwriterqualitäten.
Mit ihrer Formation "The SoulHSistas" bieten sie nun große Show-Qualitäten. - Die ganze Band besteht aus Frauen, auch die dritte im Bunde, Anja Wise, überzeugt mit einer starken, dunklen Stimme.
Beim Publikum kam diese Formation bestens an, ein unterhaltsamer Abend ist mit der Performance garantiert. - Mir persönlich ist ein bißchen zuviel Show dabei, mehr Raum für echtes Gefühl würde ich mir wünschen. Bei vielen Nummern wäre es schön, wenn sie sich aus der Stimmung entwickeln könnten. So aber ist alles durchchoreographiert und geplant, was zwar großen Unterhaltungswert bietet, mich musikalisch aber nicht besonders berührt. - Schade, denn jede der Musikerinnen auf der Bühne ist wirklich ausgezeichnet.
Was mich auch stört, ist, daß etliche Zwischentexte auf englisch gesprochen werden. Eine mich begleitende Freundin fragte sich anfänglich etwas irritiert, von wo denn diese Band kommt. - Ich habe nichts gegen Englisch, aber das wirkt für mich einfach aufgesetzt.
Nach dem stürmischen Beifall der Gäste zu schließen, kam es beim Rest des Publikums hervorragend an, also bitte. - Würde mich jemand, der nicht so oft in Konzerte geht, fragen, wo er einen angenehmen, vergnüglichen Abend erleben kann, würde ich ihm diese Formation sofort empfehlen. Wenn jemand Tiefgang und wahre Gefühle sucht, ist er wahrscheinlich nicht so gut bedient.
Dieser Eindruck änderte sich für mich sofort, als die nächste Gruppe des Abends "Soulicious", die Bühne betrat. - Ich glaube, daß die MusikerInnen im Schnitt jünger als die SoulHSistas sind, und bei ihnen konnte man die Freude an der Musik total spüren. Unheimlich funkig, wahnsinnig gute Stimmen.
Ich hatte das Vergnügen, das Konzert gemeinsam mit Susi Plahl, selbst eine arrivierte Sängerin, genießen zu können. - Und sie hat für die werten Leser spontan ihre Eindrücke des Konzerts niedergeschrieben:
Ich frage mich, was hat das mit Blues zu tun? - Vielleicht mit Blues Break... - Aber ansonsten bleiben keine Fragen offen.
Oder doch noch eine: Wieso heißen die nicht eher Funkalicious? UND DAS IST GUT!
Und jetzt zur nächsten Feststellung: Als Holzfällerin, die ich mich jetzt angesichts der äußerst überragenden Stimmen, des groovenden Ensembles - Mann/Frau! wie das bockt! - fühle, kann ich nur sagen: Fuck-ing - sorry! - terribly gr8! Big Band, big, big, big voices. DAS IST SEHR GUT!
Leute, alle, das nächste Mal müssen unbedingt alle heute Abwesenden kommen! Wenn´s geht!
Ich kann Musik eigentlich nicht in Worten beschreiben - und jetzt emotionell abgefaßt, hoffe ich, es ist einigermaßen angekommen. Voll steile Sache, das!
Die letzten Worte wurden abgefaßt, als alle sechs Sängerinnen für die Zugabe gemeinsam auf der Bühne standen. Und das war wirklich beeindruckend und mitreißend!
Und hier noch die Namen von Soulicious: Chris Kisielewsky (keyboard, voc); Lisi Leitner (voc), Babsea Schutting (voc), Simon Radner (Baß); Darius Edlinger (git); Andi Mayrhofer (drums).
HP Soulicious
HP SoulHSistas









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