Larry Garner / Reigen / 7.4.2009
Mit Larry Garner und seiner Band entwickelte sich ein weiterer Abend zu einem wahren Höhepunkt dieses Blues Spring`s. Ein Konzertbericht von Michael Bodner.
Gleich zu Beginn des Konzerts war ich etwas überrascht, als der Steirer Raphael Wressnig (organ, p) die Bühne betrat, hatte ich doch eher mit einer reinen US-Band gerechnet. Die Überraschung war natürlich eine der angenehmen Art, schließlich kann man Raphael Wressnig getrost als einen der besten Organisten dieses Kontinents bezeichnen. Immer wieder ließ ihm der Bandleader jede Menge Platz für ausgedehnte Solos. Das dabei abgehende, varianten- und dynamikreiche Feuerwerk zeichnete immer wieder ein fasziniert-fassungsloses Grinsen in die Gesichter seiner Mitmusiker und natürlich des Publikums.
Allen voran stand Larry Garner (voc, git). Die stilistische Bandbreite der von ihm gebotenen, großteils selbst komponierten Stücke reichte von B.B. King bis in rockig-funkige Gefielde. An der Gitarre über jeden Zweifel erhaben präsentierte er einen sehr persönliche Stil, wobei seine Bandbreite von extrem gefühlvollen, langsamen bis hin zu überaus rasanten Läufen reicht. Es zahlt sich auch aus, auf seine Texte zu achten. Zwischen den Stücken trat er immer mit dem Publikum in Kontakt, erzählte Geschichten zu den Songs und präsentierte dabei einen warmherzigen Humor. Zu Beginn der Pause und nach dem letzten Stück ging Larry Garner durch das Auditorium zu beinahe jeden Tisch und begrüßte so fast alle Gäste per Handschlag – eine Geste, die ich zum ersten Mal gesehen habe und die großen Eindruck auf mich gemacht hat. Alles in Allem ein wahrhaft großer Blues-Man.
Das Schlagzeug bediente der Stuttgarter Michael Aures (dr). Und zwar genau so, wie sich das für diese Art Musik gehört: Viel Becken, toll geshufflet, perfekte Time, druckvoll und dennoch nie aufdringlich. Solche Drummer hört man nicht all zu oft.
Selbiges gilt auch für den aus den Staaten stammenden Bassisten Shedrick Nellon (b). Er spielte seinen 6-Saiter durchwegs geradlinig mit einer gewaltigen Groove. Wenn man genau hinhörte bemerkte man bei so manchem Übergangslick, dass es sich bei diesem viel Ruhe ausstrahlenden Mann um einen sehr virtuosen Musiker handeln muss. Das bewies er auch bei seinen Solos unter Anderem mit rasanten Slap-Attacken.
Ein fantastischer Abend, bei dem ich nicht nur musikalisch sehr verwöhnt wurde, sondern mich auch menschlich angesprochen fühlte – eine nicht alltägliche Kombination. Daher ein großes Kompliment von mir an Larry Garner und seine Band.
Und - wie üblich – eine perfekte Leistung von Tontechniker Andreas Neubauer.
Fotogalerie auf www.vogler.at









Kommentare
Natascha
Triffts perfekt bis ins Detail! Ich hoffe, sie kommen alle nächstes Jahr wieder! Nicht versäumen! Toller Abend! :)) Wieder einmal ein sehr gut ausgesuchter Programmpunkt des Bluesspring!