Sean Carney / Reigen / 9.4.2009
Die Freunde der eher konventionell gespielten Stromgitarre kamen an diesem Abend mit Sean Carney und Band voll auf ihre Rechnung. Ein Konzertbericht von Michael Bodner.
Ganz fantastischen Blues der eher klassischen Chicago-Blues-Abteilung bot Sean Carney (git, voc) an der halbakustischen Gitarre. Die Auswahl der gebotenen Stücke beschreibt auch gut den von ihm bevorzugten Stil. Bewusst an erster Stelle von T-Bone Walker der „T-Bone Shuffle“ oder „I Know Your Wig Is Gone“, Tommy Tucker`s „High-Heel Sneakers“, Muddy Water`s “Gipsy Woman“ oder Robert Lockwood Jr. `s „Take A Little Walk With Me“. Ungeachtet der großen Vorbilder verzichtet Sean Carney aber nicht auf seinen eigene Note, aber ohne dabei die Freunde der vorgenanten Protagonisten durch abstrakte Interpretationen zu verstören. Zu überzeugen wusste auch seine Virtuosität.
Am Kontrabass brillierte Abdell „B.Bop“ Bouqousfi (bass). Seine Linien unterstrichen den Stil von Sean Carney perfekt, der darüber hinaus gebotene Spielwitz zeugte von der Klasse dieses hervorragenden Bassisten. Wirklich hörenswert - insbesondere auch seine Solos.
Vervollständigt wurde die Backline durch Eric Blume (dr) aus Ohio. Auch er wusste durch originelle Variationen zu gefallen, blieb aber natürlich stets am Boden des klassischen Chicago Blues. Und die Spielfreude, die ihm aus dem Gesicht strahlte, gepaart mit seinem Können, ergab ein beeindruckendes Ganzes.
Ein toller Abend mit einer packenden Darbietung zahlreicher Top-Bluesklassiker. Bleibt zu hoffen, dass diese Band wieder nach Wien kommt.
Für einen erstklassigen Hörgenuss sorgte auch an diesem Abend Tontechniker Andreas Neubauer.
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