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Tad Robinson & Band II / Reigen / 15.4.09

Ach, wenn Männer nur immer so wären! Man bittet sie um etwas, und sie machen es wirklich! Und so habe ich das Vergnügen, hier einige (ganz ausgezeichnete und fundierte) Zeilen von Herby Dunkel (King Bees) zu Tad Robinson´s großartigem Auftritt im Reigen am 15.4.09 zu veröffentlichen. Vielen Dank, Herby!


Ich wurde von Hannelore auf charmante Weise dazu „verdonnert“, ein paar ergänzende Worte zum Auftritt der Tad Robinson Band am 15. April 09 im Reigen aus der Sicht eines Musikers zu schreiben, was ich hiermit gerne versuchen werde.

Wenn ich den Abend mit einem Wort beschreiben müsste, dann würde es wohl „geschmackvoll“ lauten.

Tad Robinson selbst scheint viel Augenmerk auf Details zu legen ohne jemals den Blick fürs Ganze zu verlieren. Das betrifft sowohl seine soulige, ausdrucksstarke Stimme, die mich immer wieder etwas an Otis Redding erinnert, als auch sein Harp Spiel, das er gekonnt wohldosiert und dennoch auf höchstem Niveau einsetzt. Er ist einer dieser Sänger (wie z.B. auch Darrell Nulish oder John Nemeth), die ab und zu und fast nur so nebenbei zur Harp greifen. Man könnte dabei fast übersehen, wie hervorragend sie diese eigentlich beherrschen.

Gute Sänger, zu denen Tad ohne Zweifel gehört, scheinen durch ihre Gesangstechnik auch ein besonders geschmeidiges Vibrato auf diesem Instrument zu entwickeln. Seine Songs, die er zumeist selbst schreibt, sind durchwegs gut strukturiert und ideenreich, aber auch bei Little Walter’s „Just A Feeling“ macht er eine gute Figur und schafft es mühelos, altes überzeugend neu aufleben zu lassen. Das liegt natürlich nicht zuletzt an seiner erstklassigen Band, die zur Elite des zeitgenössischen Blues gehört.

Bei Alex Schultz objektiv zu bleiben fällt mir als eingefleischtem Fan äußerst schwer, habe ich nicht schon so manchen Lick und Riff von ihm geklaut. Aber Musik sollte ohnehin emotional betrachtet werden, glaube ich. Alex gilt sicher als einer der besten West Coast Gitarristen, der sich z.B. in den legendären Bands von Rod Piazza und dem viel zu früh verstorbenen William Clarke seinen Ruf erarbeitet hat. Er versteht es immer, die Aussage eines Songs genau auf den Punkt zu bringen, mit nicht mehr oder weniger, als notwendig ist. Er vermag es, die Spannung aufrecht zu erhalten und den Kreis zu schließen. Ist ein Song zu Ende, hat man das Gefühl, man hätte es einfach nicht besser machen können.

Bassist Steve Gomes kennt man schon als Sideman von Ronnie Earl oder Darrell Nulish. Auch er besinnt sich auf seine Aufgabe und formt gemeinsam mit Robb Stupka an den Drums einen musikalischen Teppich, auf dem sich der Rest der Band entspannt ausbreiten kann. Die Grooves sind absolut tight und dynamisch. Die Herren werden nicht umsonst gerne von den besten der besten gebucht.

Keyboarder Kevin Anker kannte ich bis jetzt nur von der Tad Robinson Band, was aber wohl in erster Linie meiner verminderten Aufmerksamkeit für Keyboarder zuzuschreiben ist. Auch hier gibt’s absolut nichts zu meckern. Je nach Song trägt er Klavier-, Hammond- oder auch mal verzerrte Rhodessounds bei und bereichert die Band.

Über die musikalische Stilrichtung Worte zu verlieren ist schwer und wenig Erfolg versprechend. Wer Tad nicht kennt, dem empfehle ich die YouTube Clips von „Payback“ und „Did You Ever Wonder“ um sich ein Bild zu machen.

Leider war der Reigen sehr schwach besucht, was die Herren aber nicht davon abgehalten hat ihr bestes zu geben. Vielleicht verirren sich nächstes Mal einige Besucher mehr hin … verdient hätten sie es sich allemal.

grüße
Herby


Konzertbericht auf Blues.at / Hannelore
Fotogalerie auf Vogler.at


29.04.2009 12:14 Hannelore

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