Julian Sas - Bluesroute @ Dynamo 17.10.2009
Schön, wenn wir auch Berichte von anderen Orten erhalten! Hier ein Bericht von René vom Gig von Julian Sas - Bluesroute @ Dynamo - in Eindhoven/Holland am 17.10.2009:
Die Rahmenbedingungen konnten besser kaum sein - 6 Bands für nur 20€, ein Konzertabend der von 21:00 bis ca. 02:00 Uhr in der Früh andauerte. Die Auftritte des Abends waren auf das "Atrium", also den Eingangsbereich mit sporadisch verteilten Stehtischen, und den großen Konzertsaal verteilt.
Den Anfang im Atrium machten "Brain no more", eine Hardcore-Band, die für mich so gar nicht ins Konzept gepasst haben. - Allerdings hatte die Band ihre Fans von der nahegelegenen Tattoo-Konvention mitgebracht, und deswegen war die Stimmung überraschend gut. Langsam keimten in mir erste Zweifel an der mir unbekannten holländischen Bluesszene.
Da gefiel mir der zweite Act schon besser, eine Bluesrock-Combo mit Namen "Chaos". Angenehm rockiger Blues, der dank der flotten Sologitarre und der angenehm verrauchten Stimme Kneipenstimmung aufkommen lies. Doch siehe da, das Publikum erwies sich als sehr undankbar, und es gab wenig bis gar keinen Applaus. Als ich mich nicht mehr zurückhalten konnte und nach einer sehr gelungenen Nummer applaudierte, erhielt ich dafür schiefe Blicke. - Gerade nach der für mich sehr enttäuschenden Leistung der Hardcore-Band, die jedoch bejubelt wurde, war das für mich ein Schlag ins Gesicht - der Abend schien zum Scheitern verurteilt!
Die Stimmung kippte jedoch schlagartig zum Positiven, als Bang Bang Bazooka im Konzertsaal auftraten.
Plötzlich war sich jeder einig - hier wurde erstklassige Unterhaltung geboten! Rockabilly vom Feinsten, passend garniert mit Schmalzlocken wohin man blickt und Tättowierungen unter Anzughemden. Die musikalische Leistung und Bühnenpräsenz waren prächtig - man konnte dem Kopfnicken nicht entgehen!
Danach ging es wieder zurück ins Atrium, wo sich "Bugaboo Tang" und die "Seatsniffers" wieder dem klassischeren Blues widmeten. Bugaboo Tang waren für mich bis dahin das Highlight. Von den Seatsniffers habe ich dann nichts mehr mitbekommen, da mich der Soundcheck und die Vorbereitungen von Julian Sas bereits verfrüht in den Konzertsaal zurück zogen.

Und dort war es dann soweit - der Meister live und hautnah! Ich hatte einen wunderbaren Platz direkt an der Bühne, was nicht sonderlich schwierig war, da der Saal leider nie richtig voll wurde. Die Stimmung war trotzdem prächtig, und Julian Sas in Hochform.
Was der Mann aus der Gitarre rausholt, hat mich wirklich fasziniert! Ein wunderbarer Sound, und egal ob am Sliden oder Picken, immer ein guter Ton! Unterstützt wurde er dabei perfekt von seinen Kollegen an Bass und Gitarre - alles in allem ein Trio, wie man es sich erwartet. Als das Konzert nach ca 2 Stunden vorbei war, war ich zwar erschöpft und aufgrund von Bierkonsums und fortgeschrittener Stunde bereits müde, trotzdem hätte Julian meinetwegen noch Stunden weitermachen können.
Falls jemand mal die Gelegenheit hat, ihn mal live zu sehen - unbedingt wahrnehmen! Sehr zu empfehlen.
René









Kommentare
Bugaboo Tang
Hallo René,
Thanks for your kind words. Even though the sound on stage was terrible, it was great fun to play at Dynamo Blues. I hope it was as good for you as it was for us, we had a blast!
Rgrds, PeeVee
http://www.bugabootang.nl
Rosie
Julian Sas am 30.10.2009 in Viersen
aufgeschrieben von Rosie
http://www.roswithageisler....
----------------------------------------------------------------------------------
Oh ja, die Hütte brennt!
Aber zunächst einmal: ja, es ist alles wahr, was jemals über die sagenhaften Live-Qualitäten von Julian Sas, Tenny Tahamata und Rob Heijne geschrieben wurde.
Der fast schon hagere Rob mit den muskulösen Armen lächelt während der Schwerstarbeit an den Drums zumeist derart herzlich, dass man schon vom Hingucken gute Laune bekommt.
Auch der dunkellockige Julian freut sich zusammen mit Tenny ununterbrochen über den schönen Abend.
Grund zur Freude haben die drei reichlich, schon der tosende Auftrittsapplaus der knapp 200 Zuschauer im Saal Birgit in Viersen ist ein klares akustisches Signal der grenzenlosen Begeisterung – hier wird Musik geliebt, es wird gerockt und jawohl, gleich auch mitgesungen, das hat etwas vehement Mitreißendes, und natürlich hopse ich ( und nicht nur ich ) schon gleich zum ersten Song Front of Stage.
Denn was hier passiert, ist einfach grandios, und es passiert wie eine große Welle, die zwar erwartet ist - denn wer Julian Sas kennt, wartet quasi darauf, dass ihn diese Welle wie aus dem Nichts heraus überrollt und mitnimmt.
Und das passiert hier im Saal Birgit sogleich mit „Resurrection“, wie auf seiner Live CD „Wandering Between Worlds“!
Von Jetzt auf Gleich.
Julian Sas ist wahnsinnig, wirklich wahnsinnig, größenwahnsinnig, exaltiert, wunderbar, er spielt, als sei es 1979 oder 1985 oder irgendwann und alles zusammen.
Rob ist extrem energetisch und Tenny ist ein cooler Typ, und sie scheinen alle drei glücklich über den Enthusiasmus, der ihnen hier ausnahmslos entgegengebracht wird.
Ja, eigentlich habe ich selten, nein fast nie, so einen Drummer wie Rob vor Augen gehabt, das stelle ich immer wieder fest, und dabei habe ich doch kürzlich erst Denis Palatin von Deborah Coleman spielen gesehen.
Der Herr Heijne überzeugt durch Kraft, Präzision und teils unfassbar schnelle Läufe, so dass man sich fragt, wie wild ist das denn?
Und, meine Güte, was macht der da, mit dem Schlagwerk?
Was für ein Typ.
Launig moderiert Julian Sas zwischendurch die Songs an, „The Way it goes“ z. B. oder „This Time my Time“ oder als Highlight, das phantastische „I take what I want“ zu Ehren Rory Gallaghers.
Los geht es, dynamisch, explosiv, sie rocken so durch die Songs durch, diese Herren, durch diese wunderbaren Songs, die mich schon durch einige Sommer und Herbst und Winter begleitet haben, die ich zum ersten Mal gehört hab, während ich an einem heissen Samstagmorgen auf meinem Balkon gesessen habe, aber daran denk ich in dem Moment nicht, ich bin zu beschäftigt, denn dort oben auf der Bühne gibt es alles, und es will gehüpft werden und mitgesungen.
Einhundertundfünfzig Minuten lang wird abgerockt, was das Zeug hält, dann ist nach zwei Zugaben Schluss, „Thanks again, i'm sure we'll meet again in the future,“ sagt Julian und begibt sich mit Rob und Tenny zum Merchandising Stand, um sich mit dem Publikum zu unterhalten, denn man kennt sich ja noch nicht persönlich.
Das ist nett von ihm, und überhaupt ist er nett, sogar noch netter als er sowieso schon onstage schien, und während dessen hocken wir am Bühnenrand, denn das letzte Glas will ausgetrunken sein, die letzten Gespräche wollen gesprochen und die nächsten Verabredungen getroffen werden und dann raus aus dem Club und rein ins Auto und ab nach Hause.
Ich muss schon sagen, irgendwie machen Julian Sas, Tenny Tahamata und Rob Heijne alles richtig.
Großartig, bitte dringend weiter machen!
aufgeschrieben von Rosie http://www.roswithageisler....
http://www.jukejointbluesra...