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Bartolot & Reverend Frank TT / Davis / 17.11.09

Bläsi erzählt uns heute, wie er das Konzert von Hannes Bartolot & Reverend Frank T.T. am 17.11.09 im Davis erlebt hat:


Hannes Bartolot (lead-g, vcl) Reverend Frank T.T. (vcl, rh-g) im Davis, 17.11.09


Martialisch schaut er aus, der Reverend, mit grimmiger Miene und wallender Mähne - dabei ist er in Wirklichkeit ein gemütlicher, leutseliger und völlig harmloser Zeitgenosse, ein echter Wiener…der sich mit Haut und Haar dem Blues der vierziger bis ??? Jahre verschrieben hat, und dem man auch glaubt, dass er ihn hat. Für viele (auch für mich!) die authentischste und „schwärzeste“ Stimme breit und weit.

Erstmals konnte ich ihn einen Abend lang mit der Musik hören, die er liebt, die er kann und kennt, in der er zu Hause ist. Und was für ein Genuss – vieles Bekannte hörte man, in meist eigenen Interpretationen, ohne Schnörksel, mit Ecken und Kanten so wie sichs gehört. John Lee, Muddy, Elmore, Hound Dog, Big Joe, Stevie Ray, Sammy Vomacka (!)… – alle waren sie da, alle begleitet mit insistiver, hartnäckig ostinativer Rhythmusgitarre, die mir anfangs zu laut vorkam und Bartolots Lead zu übertönen drohte, in der Folge aber genau passte.

Natürlich hat ein „geistlicher Herr“, wenn er schon „The Devil´s Music“ spielt, ein (neues) Verstärkerequipment mit dem klangvollen Namen „Holier Grail“, ein eigenimportiertes Einzelstück.

Hannes Bartolot ist ein anderer Menschentyp. Ernst wirkt er, zurückhaltend, fast introvertiert, ist es aber nicht. Auch er scheint sich zu freuen, wieder einmal Musik zu spielen, die man von ihm sonst kaum hört, die man von ihm nicht gewöhnt ist, die man ihm vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Aber auch er kennt die Altvorderen, ist mit allen (spontanen?) Titelvorschlägen Franks einverstanden und spielt eine solide Leadgitarre.

An Ideen mangelt es ihm nicht, und technisch umsetzen kann er sie hervorragend, fast jeder Chorus wird von den Zuhörern dankbar akklamiert. Ein Solo zu einer Nummer von Hooker? Keine leichte Übung, aber er kann das. Bewusst soliert er eher zurückhaltend, nicht exaltiert, nur ansatzweise kommt auch einmal der „übliche“ Bartolot durch. Den Gesang überlässt er fast gänzlich dem Reverend, obwohl auch er über eine gute Bluesstimme verfügt.

Ein solider, unterhaltsamer Bluesabend. Erwartungen wurden erfüllt, fallweise Abstimmungs-und Verständigungsprobleme zwischen den Beiden hielten sich in Grenzen, das (spärliche) Publikum war zufrieden.


(Bläsi)




19.11.2009 13:33 Hannelore

Kommentare

rev.frank t.t.

hi, berichtigung: des reverends neues equipment ist john grammatico´s KINGSVILLE amp. sounds sooooo good! rev.

20.11.2009 07:43
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