Rita Chiarelli Blues Trio / Reigen / 23.3.10
Gleich das erste Konzert, das ich beim heurigen VBS besuchte, war bombig! Das Rita Chiarelli Blues Trio mit StreicherInnen war energiegeladen, experimental und lustig.
...und das sind eine Menge von Adjektiven, die ich da anführe. Aber ich wüßte sonst nicht, wie ich es beschreiben kann.
Die Band hatte die neue CD im Gepäck, die bis jetzt nur in Canada erschienen ist: "Sweet Paradise".
Rita - so erfuhr ich aus dem Internet und dem VBS-Programm - ist bekannt dafür, stimmlich drei Oktaven zu schaffen, das interessierte mich als begeisterte Chorsängerin natürlich. Zusätzlich verfügt sie über sehr viel trockenen Humor und hatte das Glück, im Streichertrio einen männlichen Gegenpart dazu zu finden. Das sorgte für viel Amüsement unter dem Publikum und auch einige herzliche Lacher.
Zusätzlich bot ihre Musik eine wunderbare Mischung: Auf der einen Seite sehr laid-back, andererseits kraftvoll und dynamisch. "Papa" John King an der Gitarre (mit dem sie eine 16jährige Zusammenarbeit verbindet) und der Chilene Marco Chacon am Upright-bass schafften es gemeinsam mit ihr, das Publikum zu Beifallsstürmen hinzureißen.
Ritas Lieder geben das Leben - vor allem das Liebesleben - wieder. Titel wie "Loving you is killing me" oder "I can change for you" sagen wohl alles. Daneben gab es noch Mitreissendes, wie "Rest my bones", eine dynamische Cajon-Nummer, die von einer Geige unterstützt wurde.
Ich würde ja gerne schreiben, wie dieser junge, lustige und talentierte Herr am Streichinstrument hieß, aber im Programm steht da leider der Name einer Dame, also kann ich damit nicht dienlich sein. Jedenfalls war er ausgesprochen witzig (wie schon oben erwähnt). Es war auch lustig, daß das Trio bei klassichen Bluesstandards einige musikalische Hinweise brauchte. Nummern, die jeder Bluesfan aus dem "Efef" kennt (sie stammen wahrscheinlich alle aus dem Buch "101 klassische Bluesstandards"), hinterließen auf den Gesichtern des Streichertrios eher Fragezeichen. Aber sie meisterten die Herausforderung mit Bravour.
Zwischen 2007 und 2008 hat Rita Chiarelli 11 Titel mit dem "Thunder Symphonie Orchestra" veröffentlicht, daher stammte auch die Idee des gestrigen Abends. - Jedenfalls war das Crossover, wie er dem Publikum gefiel.
Ach ja, noch eine Information: 2007 wurde sie beim Canadian-Folk-Music-Award als "bester Solo World Music Act" ausgezeichnet.
Was kann ich noch schreiben? Nur noch eine Message von Edith: "Jeder, der nicht dabei war, kann sich in den Hintern beissen".
HP Rita Chiarelli









Kommentare
Reinhard
Der junge, lustige und talentierte Herr am Streichinstrument heißt Klemens Bittmann und ist Geiger und Mandola-Spieler von Folksmilch und Beefolk (http://www.folksmilch.at/bi... bzw. http://www.beefolk.com/), zwei äußerst hörenswerten jungen österreichischen Bands. Er hat auch die Transkription der Partitur von Orchesterbesetzung auf Streichquartett vorgenommen, das gelungene Ergebnis haben wir ja alle gehört ...