Henrik Freischlader Band / Reigen / 27.3.10
Fast befürchte ich, daß ich nicht die geeignete Person bin, um vom Konzert der Henrik Freischlader Band im Reigen am 27.3.2010 zu berichten. Zum Beispiel Eddie Fenzl, der unter den Zuschauern weilte, wäre sicherlich wesentlich geeigneter. Ich bin einfach kein Fan der Musik Marke H & H - hart und heftig.
Ich meine, ganz stimmt das nicht. Fenzl Experience gefällt mir zum Beispiel ausgezeichnet, auch die Paul Zagler Band. - Aber die Henrik Freischlader Band war einfach eine Nummer zu rockig für mich.
Es war noch nicht einmal der erste Gitarrenakkord verklungen, da habe ich mir schon die Oropax in die Ohren gestopft. - Die Lautstärke war unbeschreiblich.
Der Großteil unseres VBS-Bluesstammtisches verließ das Konzert überhaupt gleich nach den ersten paar Nummern. - Das wollte ich nun doch nicht - ich hatte die Band noch nie gehört, also war doch das Mindeste, sich einen kompletten Gig anzuhören (einen längeren Kaffee im Reigencafé dazwischen habe ich aber doch gebraucht).
Im zweiten Set wurde ich dafür mit einigen bluesigeren Nummern belohnt. - Henrik Freischlader ist sicherlich ein Virtuose auf der Gitarre, und nach der Menge der Zuhörer in Bluesrockkreisen augenscheinlich auch ein Begriff.
Meines ist er aber nicht. Ich fürchte, noch ein Konzert dieser Band werde ich nicht mehr erleben...
Aber vielleicht gibt es ja jemanden - irgendjemanden, der einen fundierteren Bericht über den Abend abgeben will.









Kommentare
al cook
nun ja, es mußte einmal so kommen.
daß es sogar toleranten und sozusagen weltoffenen bluesfans zuviel wird, verwundert mich eigentlich nicht, denn irgendwann gibts auch für die begeisterungsfähigsten freidenker eine grenze.
ich verstehe grundsätzlich nicht, warum sich musik in vielen fällen nicht unter der 100dB grenze abspielen kann. was versuchen sich diese kreischgitarristen eigentlich zu beweisen. der glaube, daß man qualität unbedingt durch lautstärke unter beweis stellen muß, müßte eigentlich schon überholt sein.
kein wunder, daß große teile des musikpublikums gegen feinheiten total abgestumpft werden.
immer wieder stelle ich mir die frage, wie das hörvermögen der klassischen bluesära beschaffen war, als ein robert johnson nichts als eine gitarre und einen stuhl zur verfügung hatte.
es täte uns allen gut, diese sensibilität wiederzuentdecken.....
Peter Peduzzi
Liebe Blues-Puristen,
leider ist leise spielen auch kein Qualitätskriterium, da gibt's unzählige, traurige Beispiele. Andererseits hat ein Jimi Hendrix des öfteren ziemlich viele Watt beansprucht, und bleibt dabei einer der größten Blueser (zumindest für mich, aber vielleicht sehen das so mancher anders), es ist nicht nur das gut was in der "klassischen Bluesära" geschaffen wurde (vieles davon sogar ganz und gar nicht). Es müssen sich die Dinge schon auch weiter entwickeln dürfen, sonst gibt's Stillstand und alles reduziert sich auf museales! Herr Freischlader ist ein gar hervorragender Ke(ö)nner seines Fachs, mit Feinheiten von denen so mancher nur träumen könnte. Da ich leider nicht beim Reigen-gig dabei war, kann natürlich sein, dass es tatsächlich zu laut war, aber das ist eben Geschmacksache......
oliver mally
....gut geschrieben herr peduzzi! so sieht es aus! two thumbs up!
hermann posch
check it out !
Für mich ist Henrik einer der ganz großen in Europa.
http://www.youtube.com/watc...
Ja das ist auch Blues liebe Freunde!!!!
Auch wenn man musik spielt die nicht gerade die mama am Sonntag beim bügeln hörte ;-)
lg hermann
rolf bessin
ich geb al cook recht, blues wird eigentlich als schema für hemungslosen egoismus missbraucht, ich mag henrik weil er sehr knackig und frisch spielt, allerdings is blues schon eine andere schiene, al cook hab ich gehört, er schafft eine one man blues energie die sich selbst genügt, das war für mich ein highlight, danke al,
ps: das konzert war in 2008 unter anderem mit der hervoragenden mojo blues band
Peter Peduzzi
Liebe Leute! Ich möchte gar nichts gegen die Qualität des Herrn Al Cook sagen, der macht seine Sache sicherlich hervorragend, aber er ist nicht der Einzige, und das ist nicht der Weisheit letzter Schluß! Z. B. der Oliver nimmt seinen Zugang mindestens genau so ernst und macht hervorragende Musik, mit eben einen moderneren Zugang zum Blues (hab Euch unlängst mal im Porgy gehört, tadellose performance, großartige Mit-Musiker, ebenfalls two thumbs up!). Die Diskussion ist ohnehin sinnlos, denn es gibt niemanden der bestimmen kann, wo der Blues aufhört (ja nicht mal wo er anfing ist leicht zu definieren). Und dass man sich Blueselemente hernimmt und z.B. mit Rock- oder Jazzelementen verbindet ist mehr als legitim, wichtig ist was dabei heraus kommt! Auch der Mozart hat in die Harmonik seiner Vorfahren gegriffen und eben neues geschaffen. Das puristische Gelabere bringt niemandem was, denn es ist nicht die "gute" Bluesschiene und die "schlechte" Rockschiene, es gibt nur gute und schlechte Musik (unabhängig von Etiketten)! Musik soll verbinden, übertriebener Purismus trennt! Und ich lasse mich nicht davon abbringen, z.B. am Samstag beim VBS im Reigen mit meinen Leuten (und mit der Doris Windhager als Gast) unsere Sicht auf den Blues zum Besten zu geben, und da darfs durchaus mal lauter werden! Rock'n roll will never die,
Peter P.