4. Stadlblues Chill Out 2010 / Gaisruck / 9.-10.7.10
Auch heuer wieder gab es das Stadlblues Chill Out im Gemeindestadl von Gaisruck. Hermann hat uns seine Eindrücke dieses wunderbaren Festes geschickt. Auch heuer haben die Veranstalter es wieder geschafft, ein tolles Event auf die Beine zu stellen. - Schön auch, daß die Anregungen der Besucher jedes Jahr interessiert aufgenommen und im nächsten Jahr umgesetzt werden. - Wenn der Zuspruch der Campingbesucher weiter so steigt, werden auch bald Platzkarten vergeben werden müssen ;-)
Es waren zwei wunderbare Tage, ganz im Sinne der Bluesmusik! - DANKE an Hermann für diesen umfassenden, informativen Bericht!
Stadlblues Chill Out 2010, Gemeindestadl 3464 Gaisruck bei Stockerau, 9.-10. Juli 2010
Allein beim Schreiben sorgt der Eventtitel für eine längere mentale Unterbrechung wie ein Zwang, angeordnet von der Wucht der Eindrücke, der sich selbst ein schwächelndes Gedächtnis nicht zu erwehren weiß.
Für alle, die diesmal oder in vergangenen Jahren dort waren, gibt es jetzt eine Lesepause. Die aber, die mit der Lokalität und dem "Chill Out" nicht allzuviel anzufangen wissen, haben jetzt hochkonzentriertes Lesen als Leistungsprofil abzurufen. Denn: Ein zweitägiges Bluesfest findet in einem ehemaligen Heustadl statt. Dach, Steher, Lattung, Türen und Tor sind im Originalzustand erhalten. Eine etwa 70 cm hochgestellte Fläche ist die Bühne mit der einzigartigen Ausführung einer dachtragenden mächtigen Säule in ihrer Mitte. Diese optische Zweiteilung hält das Publikum stets mit dem heiteren "Wo-ist-der Gitarrist/Harpspieler-jetzt"-Raten wach. Dem Hören tut´s nicht den geringsten Abbruch, und das mehrmalige Suchen trägt in ungeahntem Ausmaß für die Wachsamkeit wesentliches bei. Wie sind wir doch alle verwöhnt, weil wir die ganz Bühne immer im Blickfeld erwarten. Manche der "beweglichen Musiker" (die unbeweglichen Drumer, Keyborder und Organisten sind da die "Fixplätzler") wechseln mitunter recht spontan die Seite: a) um sich auch der anderen Hörerschar zu zeigen, b) wohl nicht im Vorgehen eines "bin ich schon weg" und "bin schon wieder da" (keine Anspielung auf unnötige Politiker).
Tontechnik: keine Wünsche offen, Tontechniker: Leser, schlage nach im "Lexikon des Lobes". Es wird mit einem Wort noch immer zu wenig sein.
Man sitzt bei freier Platzwahl auf Heurigenbänken (die Sitzmuskeln melden sich nach geraumer Zeit, und das verläßlich, aber sie verhindern ein Eindämmern, wie oben in anderem Zusammenhang). Der Stadl hat einen Anbau (seit 2010) vorgelagert, in dem bis zu 60 (?) Bänke mit Tischen komfortables Dabeisein ermöglichen. Vorgelagert ist dem Stadl ein Campingplatz, ein Schmimmbecken, beides an den Stadlfesttagen zur freien Mitbenützung. Und in einiger Zeit (vielleicht gar in einigen Monaten) werden adaptierte Sanitäranlagen die Wiederkehrer überraschen.
Im Stadl gehört die Hälfte gegenüber der Bühne einem Schankbereich (Vorsicht: die Musiker on work sehen ganz genau, wer da am Tresen hängt oder Sweetes – von betörender Backkunst gezaubert! – nascht, und daher nicht so aufmerksam zuhört!) und der Tontechnik. Stehpulte fördern die Kommunikation, verhindern das Ausschütten gut gefüllter Gläser und sind Stütze dem Schwankenden.
Durch ein originales Scheunentor (bei dem üblichen Andrang verkleinert sich das mächtige Tor fast zum sprichwörtlichen Nadelöhr) kommt man in das Stadlparadies (eine hier frei erfundene Arealbezeichnung; sie wird wohl durch eine originellere demnächst ersetzt, oder?) mit Ausschank, Verpflegungsausgabe – es ist dort üblich, daß unter der Mitwirkung des Herrn Bürgermeisters die Bratwürstel und Koteletts ihre Endform erreichen. Ein leuchtendes Beispiel für das Gaisrucker Gemeinsambild! Bäume machen wohltuenden Schatten für Tisch und Bank der Gäste.
Ein wichtiges Detail muß hier herausgehoben werden: Das Innere des Stadl ist Holz, das eine Atmosphäre schafft wie keine hochtechnisierte Raumgestaltung. Man könnte glauben, das Holz ist verantwortlich für die Tonalität. Nirgendwo sonst kann man so klangvolle Musik hören. Den Erhaltern des Stadl, das ist die Gemeinde Hausleiten-Gaisruck, gehörte endlich von der manchmal auch allzu lauten Denkmalschutzseite gewürdigt. Man muß wohl in diese behördliche Richtung deutlich sagen, daß damit ein Denkmalschatz geschaffen wurde.
Am Freitag, nach 19 Uhr, eröffnete Hermann Posch, der spiritus rector, die Seele eines einzigartigen Teams, das Fest mit seinem jüngsten Schüler Andi Schöffmann: Was muß das für Andi an Freude und Adrenalin gewesen sein, mit seinem Lehrer so vielen Menschen mit ihrer Bluesmusik Vergnügen gegeben zu haben! Und was ist das für ein Lehrer, der seinem Schüler zu diesem Erlebnis verhilft! Und wie oft erlebt man Vergleichbares? Ist halt doch "Marke Posch"!
Im Kontrast dazu startete Al Cook, der "unverwüstliche und Gründervater der heimischen Bluesszene" (so stehts im Programmflyer) den ersten Abend. Charly Lloyd (Piano) und Harry Hudson (Drums) bekamen Zuwachs durch Stefan Rausch (sein Alias "Steven Rush" wurde als Übersetzung ans Ohr der Hörer zu bringen versucht. Unter dem Mantel der kreativen Freiheit mag es halt so in Gebrauch kommen). Al Cook packte seine einzigartige Bühnenpersönlichkeit aus, drückte einmal mehr mit seiner Stimmbandbreite und Ausdruckskraft seine Vorbildlhaftigkeit dem Stadlraum auf, und ließ das Publikum am authentischen Blues teilhaben: Wie immer: Cook und Spaß haben zwar keinen Buchstaben gemeinsam, sachlich sind sie identisch. Und sicher wird das bald auch angereichert werden durch eine "Rush-hour", Minutes waren es ja schon.
"Sir Oliver Mally´s Blues Distillery" mit S. Oliver Mally (Gitarre, Gesang), Martin Gasselsberger (Keybord), Walter "Sakey" Kreinz (Bass), Willy Hackl (Drums) folgt dem Altmeister. Es steht ja auf jeden Fall an, sich auch über Bandnamen Gedanken zu machen. Eine Schnapsbrennerei zielt darauf ab, aus unbearbeiteten, aber gewissenhaft zubereiteten Rohzutaten das durch Hitze gewinnbare scharfe Getränk herausdampfen zu lassen und durch Kühlschlangen zur Flüssigkeit, zum Destillat zu machen. Für Musik ein hoher Ansatz mit unverrückbaren Resultaten. Darf nun ein Greenhorn wie der Referent sich mit dieser Fragestellung herumschlagen, oder soll er einfach den Schnaps verkosten, ohne dem Produktionsgang zu folgen? Das Nachdenken über den Aussagewert der "Distillery" eröffnete ein Erleben von hochprozentiger Singularität. Wann immer vom Team ein Themenfragment angeschlagen wurde, war es bannend und bindend, dem zu folgen, was aus der oft nur schlichten Vorlage vom "Sir" und von der wechselnden Unterstützung seiner Mannen herausgearbeitet wurde. Wie da im Fortissimo das Qualmen und Brodeln im Kessel der Band unüberhörbar war, gelegentlich in der Repetition gleichsam nachdrücklich auf den Fortgang aufmerksam gemacht wurde. Wie in der Kompositionslehre der Klassik. Das soll nun nicht der phonetische Brückensalto zu dem Urteil (in Dialektsprache) "klass" sein, auch wenn er 100%ig wie das Destillat stimmt. Man sagt, Mally sei auch mit total sanften Tönen zu hören. Kostproben hat er ja geboten, das Tresenpublikum hat sie nur als kleine Ration zugelassen. Immerhin: Zur Wachsamkeit für Künftiges hat es als eyecatcher seine Funktion erfüllt. Insgesamt: ein "Sir"iger Teil des Chill Out!
Raphael Wressnig (schade, wird sich Hermann Posch denken, wenn er erst hier erfährt, daß jeder Träger eines T-Shirt des Stadlblues als Teammitarbeiter dem Raphael das "Willkommen in Gaisruck" gleichsam aufzwang. Da lägen noch Ressourcen brach!) mit seinem Eigenbau-Organon und Enrico Crivellaro(aus Padua), verstärkt vom stimm- und auch sonst mächtigen Harpspieler und Sänger Brian Tempelton (aus Boston), allesamt im Takt gehalten vom genialen Drumer Silvio Berger, zwangen das Publikum mehrfach, tief die Lungen zu füllen, um mit dem Tempo Schritt halten zu können. So gerne Tempelton den Bühnenvorbereich von Tänzern in tempogeladenen Bewegungen gesehen hätte. Mein objektiver Eindruck kam immer wieder zum gleichen Resultat: Das Hören gelingt nur, wenn man in der eigenen Vorstellung alle die Bewegungen mitmacht. Und das ermüdet eben. Wressnig schien sich ganz darauf eingespielt zu haben, seinen drei Partnern der vierte zu sein. Ein bißchen dürfte das Publikum dem Outfit des Gastes aus Italien erlegen sein: sein weißer Seidenanzug über dunklem Hemd verlieh ihm ein kardinalwürdiges Erscheinen. Selbst die artistischen Einlagen (auf dem Rücken liegen ohne Gewandverknitterung, auf einem Bein stehen und den Gitarrenhals unter dem Stehbein durchgestreckt, in der Session mit Mally die Gitarre des anderen spielen; und die neue Technik, die die "Hundeleine" wegen der eingesetzten Funktechnik nicht mehr braucht, verlieh völlige Bewegungsfreiheit) taten der Würde des Erscheinungsbildes keinen Abbruch, und hat sicher viele der Zuhörer für das miserable Abschneiden der italienischen WM-Mannschaft versöhnt. Musik kann ja wirklich mehr, sogar die Schwächen anderer wettmachen.Wressnig leitete dann auch die Session (bis 2:30), brillant, charmant, eben wressnig-like! Herrlich! Und kein bißchen müde!
Tag zwei: Einleitung wie Tag eins: Hermann Posch und Andi Schöffmann. Nicht nur die Mutter jubelte, das Publikum war ganz auf ihrer Seite.
Teil eins: wieder einmal ein Special "H. P.": Er nannte es "Blues Circus": Das hieß "Manege frei" für Tom Hornek (Piano), Tom Müller (Saxophon), Sepp Grasl (Bass), Tom Hirschler (Drums), Hannes Kasehs (Gitarre., Gesang), Reverend Frank TT (Gitarre, Slide, Gesang), Natascha Flamisch (Gesang).
Wie wunderbar interpretierte Tom Müller die fast psychodelischen Einflüsse, die ein "Yellow Moon on the Right" bewirken kann. Transportiert ein Saxophon die optischen Strahlen in die akustischen, ist der Weg der Süchtigkeit (nach Posch-Musik) beschrieben. Publikum, höre die gelben Töne und sieh das klare Licht, voll der Verführung in andere Spähren. Wo diese sind: Im Gemeindestadl von Gaisruck!
Wie unkompliziert eine Gitarre in den Händen eines Hannes Kasehs mit anderen Bluesinstrumenten zu einer wundervollen operativen Einheit werden kann, deutet unmißverständlich auf den geübten, souveränen Lehrer hin, der das in unbekannt vielen Sessions den Newcomern gegeben und vorgelebt hat. Diesmal schöpfte Hannes diesen tiefen Brunnen wegweisenden Verhaltens für sich aus. Und er forderte nicht nur seine Gitarre, sondern nichts weniger seine Stimme, und dies in einer Bandbreite, für die die Blueslandschaft ja fast unlimited ist. Tom Hornek und sein Piano: immer im Dienste der Band, unvorstellbar, Tom wäre da nicht dabei: tragend ohne Atlasgestalt, der ja vorgab, das schroffste Gebirge leicht zu schultern. Was Tom für eine Band leistet, weiß er das? Das Publikum könnte ihm da einen großen Schatz an Observationen bieten. Er wird sie vielleicht lesen, wird sie registrieren, und bleiben, wie und wer er ist: Tom Hornek, The Indispensable.
Wenn es Munterkeit der Hörer abzufordern gilt, dann sind Sepp Grasl und sein E-Bass gefragt. Kaum ein Bassist weiß das Publikum so zu unterhalten, zu narren, zu fesseln. Reich an Mimik (mit ihr gehen ja Musiker generell wie mit aufeinander gestapelten rohen Eiern – nur nicht auslassen, weder Mine noch Ei! – um), für viele Interpretationen offene Körpersprache, selbst mit einer kurzen Hundeleine weiß er das Auditorium zu umgarnen. Und doch ist das keine Zirkus, sondern ein Blues Circus-Nummer! Seppi, wie wurdest Du noch gerufen?
Die Drums unter den Händen des Tom Hirschler haben nichts zu lachen. Zu ernst, dafür unbegrenzt konzentriert, der Band hörig ist das Spiel Hirschlers. Es macht großes Vergnügen, seine Aufmerksamkeit mit dem Filter auf Tom´s Drums einzustellen. Man sollte das machen, auf diesem Weg kann man eine Band in ihre Teile zerlegen. Und niemandem tut´s weh!
Und dann wird der Reverend, wie er genannt zu werden sich nicht verwehrt, auf die Bühne gerufen. Kaum steht er in seiner vollen Länge da hoch oben, beginnt man sich Gedanken über die Stabilität der Dachbalken zu machen. Seine Energie, die nicht nur in den Haaren gespeichert ist – jetzt heißt es in der Märchen- und Sagenwelt zu graben, wo mit welchem tieferen Sinn die Haare ganz wichtig sind: Rapunzel fallen einem da ein; das erste Barthaar macht in der Antike den Boy zum Mann; abgeschnittenes Haar bedeutet Kraftverlust und vieles andere mehr. Was kann man da zum Reverend denken? –, sondern wie aus einem hochenergetischen Reaktor freigesetzt die Bühne und mit ihr die Musiker zum Vibrieren bringt. Was war das für ein Anblick, als ein Knabe mit etwa 4 Jahren und seine Schwester, etwas älter, zur Bühne kamen, zum Reverend emporstaunten und den Mund nicht mehr zumachen konnten. Das Publikum erlag, so scheint es mir noch heute, diesem nicht wirklich beschreibbaren Bild. Über unseren Reverend schreibt man besser nicht, man erlebt ihn!
Der Gast zum Abschied war Natascha Flamisch. Ein echtes, stark persönliches Bühnenphänomen. Unbegrenzbar im Ausdruck stimmlich wie im Erscheinungsbild. Immer um die gute Laune des Publikums bemüht. Kraftvoll strahlend, die Aufmerksamkeit aller okkupierend: So stelle ich mir Kirke vor, die die weltmeergewandten Gefährten des Odysseus im Nu auf sich umprogrammiert hatte: auch eine der bewunderungswürdigen Frauen. Warum vergessen die heutigen Frauenpower demonstrierenden Frauen die Kirke?? Ihre Songs des Abends schienen in manchen Augenblicken von ziemlicher Emotion umgegraben zu sein. Ließ sich da die Betroffenheit um ihren Abschied von Österreich, den das Jahresende bringen wird, wie sie ankündigte, nicht bremsen? Auch Musiker dürfen der eigenen Gefühlswelt hilflos ausgeliefert sein. Eigentlich sehen wir das sehr gerne.
Vince Weber hat Anspruch auf tiefgründigere Attribute, für die "Urvater des deutschen Blues und Boogie" den Kern zwar punktgenau trifft, über viele andere Facetten aber unbefriedigend hinwegspringt. Wäre doch einmal eine Aufgabe aus dem Sektor "Kreativpublikum", aus dem tiefen Brunnen der Ideen ohne die dubiose Unterstützung einer Krake den dreisternewürdigen Volltreffen heraufzukurbeln. Ließ er zwar an diesem Abend seinen "Boogie Man" nicht zu Wort, Stimme und Piano (Originalzitat: "ein Elektropiano. Warum nicht?") - so groß auch das Bedauern ist, so sehr dieser Song die Identitätsbeschreibung vertreten würde, man kann Vince Weber sowieso nur mit seinen eigenen Worten beschreiben -, aber was immer mit dem ihm fast ein bißchen mit Dämonenfunktionen behaftete, in Knöpfen ("nehme ich den?") verborgene Willfährigkeiten des Pianisten befolgende oder verweigernde Vorgänge ausgestattete Ding geschah, dominiert hat auch in diesem Punkt die einzigartige Stimme und die Kraft des Vortrages. Etwas kurz, aber dafür, wie immer, mit gewaltigem Tiefgang.
Ihm gesellte sich sein langjähriger Freund Abi Wallenstein mit seiner 8-Saiten-Gitarre dazu. Man kann ihn noch so oft hören, es bleibt bisher jedes Mal ein vergeblicher Versuch, hinter das Geheimnis seiner Bannkraft, mit der er die Zuhörer fixiert, kommen zu wollen. Ist es seine rauchige Stimme? Seine stete freundliche, gewinnende Mimik, seine genial "schlampig-lässige" Spieltechnik? Unbestritten ist, daß man ihn nie genügend lang hört, auch diesmal hat´s keines Falls zu einer "Sättigung" gereicht. Stunden wären da vonnöten gewesen.
Ein dritter Genius war der Rhythmus- und Klangbildmaler am Schlagzeug: Peter Müller. Es ist völlig egal, mit wem er wie lange und was spielt: Er ist auf der Bühne, man kann sich an ihn als Musiker festklammern, er ist einer der unaufdringlichsten Drumer, dessen Areal auf der Bühne ihm gehört, von wo aus eine unbezwingbare Rhythmusfolgsamkeit bis in das letzte Eck der Zuhörerschaft geht. Welche Schätze an Klangmeistern war da doch nur versammelt. Wo wird man noch so mit Geschenken überhäuft wie im Musikerleben. Aber es geht nicht ohne das schwerzliche Erleben: Ist ein Ton verklungen, ist er fort, für immer. Das Festhalten in der Erinnerung ist und bleibt ein nimmer Sattwerden. Nur das wieder und wieder Dabeisein unterstützt die Illusion, Musik festhalten zu können. War so ein Elementarerlebnis bei Abi & Vince & Peter, an diesem Gaisrucker Abend.
Im Journalismus wäre für den letzten Sektor des Zweitagefestes nur ein Begriff zulässig: Ein echter Knaller, Zach Prather (Gitarre, Gesang; USA), Chris Heule (Keybord), Urs Baumeler (Bass) und Erich Kunz (Drums) zauberten Blues-Rock der 60er und 70er hervor, daß mit dem Crescendo in elektrifizierender Power das Publikum gewollt und ungewollt zum Mittoben brachte. Derartiges noch nie gehört!! Welches Geschenk des Veranstalters an das Publikum!! Kein Wunder, wenn deren Zahl stetig steigt. Gerne notiere ich mir die Bezeichnung Zach Prathers als "New Bad Boy of the Blues" (LA Times). Und ich war dabei, als Zach vorführte, was er als Selbstdefinition sagte, daß er jeden Song lebe. Wir alle waren da ganz mit ihm.
Ein Wort redlich empfundener Dankbarkeit an die Veranstalter: Es war ein Fest, das kein anderer Ort so gestalten wird. Harmonie, Zufriedenheit, Wohlsein. Es ist ja schon eingangs gesagt: Es gibt noch das Paradies. Man kann sich dort nicht verfehlen. Die doofe Urgeschichte mit Apfel und Schlange hätte hier nie passieren können (nicht nur wegen der erst kommenden Apfelernte). Ein unverzeihlicher Fehler des Erfinders des Paradieses: Falsche Platzwahl!
Beim Hinkommen in den Stadl, beim Dortsein, beim Weggehen: immer dieselbe Frage: Warum gibt es an diesem Platz nicht viel öfter im Jahr Abende (es müssen ja nicht Doppeltage sein)? Finden sich keine Veranstalter, die in den Betreibern des Stadl sicher aufgeschlossene Gesprächspartner fänden? Daß die Entfernung von Wien ein untaugliches Argument wäre, zeigt der Chill Out deutlich. Und rückt man von Wie ein wenig ab, kommt man anderen Plätzen näher.
Allen, die da mitgewirkt haben – wir denken auch an die Sponsoren!! – , gehört der Applaus. Nimmt der Gast das Rundum als Selbstverständlichkeit hin, es sei hier hervorgehoben, daß das im Stadl sich Zuhause fühlen die schönste Danksagung ist. Er weiß sich besonders bei Hermann Posch im musikalischen Sektor verwöhnt. Er organsiert souverän, ist für jedes kleine Wünschlein stets parat, hat dazu Energien, und er spielt und singt wie kein anderer. That´s the Hobo Line.
Hermann
HP Stadlblues Chill out









Kommentare
Weiß Roman
ich war wie jedes mal aufs neue begeister extrem gute musiker gute stimmung und atmosphäre ein hoch auf die veranstalter und alle ehrenamtlichen freiwilligen mitarbeiter so ein festival gäbe es ohne euch nicht einen besonderen dank vom maler roman weiß an euch alle danke danke daß ich dabei sein konnte.
Sissi
WOW Hermann - besser kann man´s nicht beschreiben was sich im Stadl und drumherum so abgespielt hat.... der Bericht ist geeignet, das Ereignis - und das war es wirklich - nochmals im Geiste zu erleben!
DANKE für diese schöne Beschreibung.... nun hoffe ich nur noch auf ein Wiedersehen in Gaisruck im nächsten Jahr - beim 5. Stadlblues und gratuliere auch den vielen emsigen Menschen die im Hintergrund lange, lange Zeit viel arbeiten zu diesem wirklich gelungenen Event der besonderen Art!
Mein jährliches Blues-Woodstock..... es lebe hoch und vor allem weiter!
hermann posch
Lieber Hermann,
Danke für den tollen und ausführlichen Bericht! Du beschreibst das wirklich super wie kein anderer.
Ich möchte mich im Namen des ABC (Austrian BluesCulture) Club bei allen beteiligten aufs aller herzlichste bedanken.
Die vielen freiwilligen Helfer die so ein Fest erst möglich machen,bei den zahlreichen Bluesfans die von weit her gekommen sind und bei den hervorragenden Musikern die beim Festival alles gegeben haben.
Das Stadl Blues Chill out ist ein ganz besonderer Event in der österreichischen Blueslandschaft geworden.
Vielen Dank an alle Bluesfans die so ein Festival zu dem machen was es ist.Love Peace and Happiness
Alles liebe Hermann Posch und das ABC Team