Blues.at Top Logo
 Home » » Detail
btn btn btn

JW Jones & Art Napoleon / Reigen / 4.4.11

Ein Doppelkonzert gab es gestern (4.4.11) im Reigen. JW Jones Band supp. Art Napoleon bot uns zwei völlig verschiedene Musikstiele.


Art Napoleon ist ein Cree-Indianer (jetzt sagt man "First Nation", wurde mir bei meinem letzten Besuch in Canada erklärt) aus British Columbia, der in seiner Jugend sehr viel Donovan gehört hat. Er ist als Geschichtenerzähler und Aktivist unterwegs, erzählt viel über seine Herkunft und die Lebensumstände der amerikanischen Ureinwohner, macht aber auch auf viele Ungerechtigkeiten aufmerksam. Seine freundliche, offene Art ist sehr sympathisch, man hört nicht nur Musik, man bekommt auch Lehrstücke über eine andere Kultur.

Außerdem beeindruckt er mit einer sehr markanten Stimme. Ich würde ihn auf keinen Fall unter Blues einreihen, eher unter "kanadischem Folk". - Jedenfalls war das eine sehr angenehme Stunde mit Gitarre und Harp, die uns geboten wurde. - Wer Interesse hat, am 7.4.11 gibt es von 17 - 20 h im WUK einen Workshop "Jäger und Sammler" im 21. Jahrhundert mit ihm.

Außerdem tritt er an diesem Abend im Radiokulturhaus auf.

Ich erwartete, daß es in diesem Stiele weitergehen würde, stattdessen gab es sehr feinen Blues-Rock. Die JW Jones-Band besteht aus JW Jones (voc, guit), Martin Reginbald (bass), Jesse Whiteley (org) und an diesem Abend zum ersten Mal Artie Makris alias Art Mak an den Drums. Er vertrat Jeff Assetin, der normalerweise bei dieser Formation spielt.

Mir gefiel der Gig ausgezeichnet, obwohl man merkte, daß sich diese Formation erst zusammenspielen muß. Der Drummer war neu, man mußte sich erst aufeinander einstellen. Auch hätte ich gerne auf einige lustige Gimmicks verzichtet, anscheinend glaubt man in Amerika, daß Gags wie Intrumententausch oder drei Leute an einer Gitarre den Unterhaltungswert steigern. - Ich persönlich finde, daß sie eigentlich nur stören.

Aber der Blues-Rock, Rock´n Roll und Chicago Blues waren von der feinen Sorte, man hörte Eigenes sowie u.a. Buddy Guy und Junior Wells. JW sieht aus wie Justin Timberlake, die ganze Band war recht jung, und die Musik fuhr wirklich. - Ich finde, es war ein ausgezeichneter Abend mit über drei Stunden Musik.



05.04.2011 17:30 Hannelore

Kommentare

Werner Simon

Art Napoleon hat mir den Abend gerettet. „Kanadischer Folk“ trifft fast den Kern -
es gab Protestsongs (nicht Fundi-Gezeter!) und Lieder mit indogenen Wurzeln, teilweise in der Sprache der Cree – Indianer.
Nein, es war kein Blues, aber ein hochklassiger Vortrag mit interessanten verbindenden Zwischenansagen. Napoleon hat eine mächtige Stimme und schien die Zuhörer vom Start weg zu faszinieren – der „Häuptling“ musste die „Krieger“ nicht lange zum Mitgesang einladen. Hugh!
Den Worten Hannelores über die JW Jones Band kann ich leider nicht zustimmen - von JW Jones war mir Ordentliches aus dem Internet bekannt – ähnliches war an diesem Abend leider nicht zu hören. Man stelle den Regler auf zehn, vermeide Melodielinien, lasse das Gerät möglichst höchste, verzerrte Töne produzieren, verzichte auf Ensemblearbeit, unterlege das Ganze mit mulmigem Orgelbrei – nein, danke, das hätte ich wirklich nicht gebraucht!

07.04.2011 10:36
Hannelore

um sich selbst eine Meinung zu bilden :-)

http://www.youtube.com/watc...

09.04.2011 03:31
Kommentar hinzufügen    
:

:

: