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Neues Buch von Chris "4er" Peterka
Chris "4er" Peterka hat vor kurzen ein Buch mit den Titel :
"Spiel was G'scheits!" - Aufzeichnungen eines Musikers
vorgestellt. Verteilt auf 96 kurzweiligen und humorigen Seiten können dort 15 lustige bis böse Geschichten mit Erlebnissen aus dem Alltag eines Musikers nachgelesen werden. Garniert wird das Buch ausserdem noch mit 4er-Fotos aus der musikalischen Frühzeit bis heute.
![]() | "Spiel was G'scheits!"
Verlag Uhudla ISBN 3 901561 28 5; 96 Seiten Euro 11,- Zu beziehen bei:
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Als eine kleine Lesprobe soll die nun folgende erste Geschichte und Einleitung des Buches dienen.
Wie alles begann - Mühsamer Start
Irgendwann an einem schönen Sommertag des Jahres 1966 bestellten zwei klassikbegeisterte Elternteile ihren achtjährigen Sohn zum Rapport und fragten ihn mit sanftem Nachdruck, ob er nicht das Geige spielen erlernen wolle. Er wollte nicht. Der sanfte Nachdruck wurde zum Drängen, und weil der Bub ein Kind war, das Konflikten gerne aus dem Weg ging, setzten sich seine Eltern schließlich durch.Er wurde zur Aufnahmeprüfung am Wiener Konservatorium, altehrwürdig in der Innenstadt gelegen, angemeldet. Und hier vergab er die letzte Chance, doch noch der drohenden Klassikausbildung zu entgehen. Aus einer ganzen Schar von Kindern wurden nur er und noch ein armes Schwein für Wert befunden, die musikalische Bildungsanstalt um zwei hoffnungsvolle Talente zu bereichern.
So also durfte der junge Mann zwei Mal wöchentlich für eine halbe Stunde den Musentempel verunsichern. Dieser war, in Zeiten vor dem U-Bahnbau, nur durch die langwierige Fahrt mit der Stadtbahn oder dem Bus zu erreichen. Zusammengerechnet mit der Zeit, die daheim mit dem Üben auf dem ungeliebten Instrument drauf ging, behinderte dies seine Fußballausbildung in den öffentlichen Parkanlagen ganz erheblich. Abgesehen von den spöttischen Bemerkungen der Gleichaltrigen, wenn er mit dem Geigenkoffer ihren Weg kreuzte.
Der einzige Lichtblick für den jungen Musikus am Konservatorium war sein für damalige Zeiten ziemlich langhaariger Musikprofessor, welchen optischen Vorteil er sich aber durch sein cholerisches Temperament gepaart mit den pädagogischen Fähigkeiten einer Straßenwalze bei seinen Schülern wieder verscherzte.
Ein kleines Beispiel der ?kindergerechten" Musikausbildung in der Eliteanstalt zur damaligen Zeit:
Zu Beginn meiner Ausbildung bekam ich ein Stück Holz zu halten, das ungefähr die Form und das Gewicht eines Geigenbogens hatte. Mit diesem durfte ich dann in der Luft geschmeidige Bewegungen ausführen, wohlgemerkt ohne Geige, um ein Gefühl für das spätere Spiel zu entwickeln. Dieses Herumwacheln war auch zu Hause zu trainieren. Auf Außenstehende mussten meine Gesten wohl den Eindruck gemacht haben, es mit einem motorisch schwer gestörten Kind zu tun zu haben.
Etwas später quälte der Professor Schüler meines Ausbildungsstandes als Luftgeiger in der zur Verfügung stehenden halben Stunde eine Viertelstunde lang mit dem Stimmen des Instruments, um in den verbliebenen fünfzehn Minuten sich einige Töne einer bestimmten Tonleiter immer wieder vorspielen zu lassen, andauernd von einem ?Der lernt's nie" unterbrochen.
Wenn man sich vorstellt, dass kurze Zeit später der Radiosender Ö3 sein Programm aufnahm, der einen mit Musik konfrontierte, die die Eltern gewiss nicht im Plattenschrank hatten, so kann man sich ausmalen, welchen Spaß die geschilderte Ausbildung machte.
Ich erinnere mich noch an die verzweifelte Bemerkung meiner Mutter bei einer Geigenstunde:
?Herr Professor, was soll ich machen, er hört immer diese Rockmusik."
?Lassen'S ihn", war seine trockene Antwort.
Nach mehreren Jahren der Geigenausbildung hatte ich schließlich tausende Stunden meiner Jugend mit einer Sache verbracht, die mir nur höchst selten Spaß bereitete. Ich hatte zwar technisch am Instrument einiges drauf, konnte aber keinen Ton eines Musikstückes notenfrei erlernen, geschweige denn improvisieren. Sehr wohl aber mussten wir die Ton für Ton nach Noten eingelernten Stücke bei den Klassenabenden auswendig spielen, was bei den Nervöseren zu Aussetzern während der Darbietung und bei ihren im Publikum mitschwitzenden Verwandten und Bekannten für Panikreaktionen sorgte. Diese konnte ich meinen Eltern zwar ersparen, mir selbst aber war im kratzenden dunklen Anzug so wohl wie einem einzelnen Austrianer unter einem Haufen Rapid-Ultras.
Aber wer was G'scheites werden will, braucht halt eine fundierte Ausbildung.
Oder was.
Für die Musik, mit der ich heute meinen Lebensunterhalt bestreite, habe ich nie einen Lehrer gebraucht. Und es freut mich schon, wenn manchmal ein Gitarrist mit klassischer Ausbildung zu mir kommt und mich bittet, ihm einige Tricks auf dem Instrument zu zeigen. Oder ein Amerikaner meine englischsprachigen Texte lobt, nachdem ich im Gymnasium diverse Lehrer des Englischen zur Verzweiflung getrieben habe und hart am Rand des schulischen Untergangs gewandelt bin.
So sollen die folgenden Geschichten einen Streifzug durch meine atemberaubende musikalische Entwicklung darstellen, mit der die damals mir Nahestehenden wohl nicht gerechnet haben.
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Kommentare
Hobo
Hallo!
Super Buch! Sehr unterhaltsam und lustig ,ich hoffe es gibt bald ein nächstes Werk.Gratulation
Chris Keksbrösel ;-)